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Marien-Krankenhaus in Bergisch Gladbach: Marien-Krankenhaus geht an Gesellschaft der Franziskanerinnen

Über den Dächern der Stadt ist das Bergisch Gladbacher Marien-Krankenhaus nicht zu übersehen. Jetzt wird die Klinik an die Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe verkauft.

Über den Dächern der Stadt ist das Bergisch Gladbacher Marien-Krankenhaus nicht zu übersehen. Jetzt wird die Klinik an die Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe verkauft.

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Klaus Daub

Bergisch Gladbach -

Das Gladbacher Marien-Krankenhaus (MKH) bekommt einen neuen Träger. Gestern unterzeichneten Vertreter der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius, die das 1896 gegründete Krankenhaus bislang in Eigenregie geführt hat, entsprechende Kauf- und Übertragungsverträge mit der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO).

Guter Zeitpunkt

Für ein einzelnes Krankenhaus werde es in der heutigen Krankenhauslandschaft zunehmend schwieriger, erläutert Pfarrer Norbert Hörter und nennt als Beispiel die Gespräche mit Kostenträgern. „Es ist nicht fünf vor zwölf, aber es ist gut, aus einer gewissen Stärke heraus mit einem vernünftig aufgestellten Krankenhaus zum jetzigen Zeitpunkt in einen größeren Verbund zu gehen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.“ Das sei auch für die Patienten von Vorteil, so Hörter: „In einem größeren Verbund ist mehr Know-how vorhanden und es ist einfacher, Spezialisten zu bekommen.“ Wie berichtet laufen die Gespräche mit der GFO bereits seit mehr als einem Jahr. Die karitative Trägergesellschaft mit Hauptsitz im sauerländischen Olpe betreibt rund 40 Krankenhäuser, Alten-, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen. Wie üblich unter gemeinnützigen Trägern sei das Krankenhaus für einen Kaufpreis von einem Euro übertragen worden, sagt Hörter auf Anfrage. „Wir wollten nichts daran verdienen. Uns ist es wichtig, dass das Krankenhaus weiterhin gemeinnützig und in katholischer Trägerschaft geführt wird.“

Arbeitsverträge werden übernommen

Ebenso wie das Marien-Krankenhaus samt Peripherie wie der angeschlossenen Parkgarage wird auch das Reha-Zentrum Reuterstraße unter das Dach der GFO wechseln. Rund 1000 Mitarbeiter haben Krankenhaus, Reha-Zentrum sowie die eigene Service-Gesellschaft. Der neue Träger werde alle bestehenden Arbeitsverträge übernehmen, hieß es gestern am späten Nachmittag in einer gemeinsamen Erklärung von Kirchengemeinde und GFO. Benedikt Merten, der die Marien-Krankenhaus gGmbH seit 2009 leitet, werde den „Übergang und die Eingliederung der Einrichtungen in die GFO begleiten und darüber hinaus andere Aufgaben für die GFO übernehmen“. Zum 1. März soll Merten die Zuständigkeit für das Marien-Krankenhaus an GFO-Geschäftsführer Karl Geßmann abgeben, der als Regionaldirektor für das Bergische zuständig ist.

Auch wenn sein Arbeitsplatz ab März möglicherweise an einem anderen Ort sein wird, sagte der scheidende Geschäftsführer gestern auf Anfrage: „Es ist ein guter Tag, denn ich bin überzeugt davon, dass es die richtige Lösung ist und wir das Haus in Gemeinschaft mit anderen Häusern hier in der Region in eine gute Zukunft führen können.“ Neben Kliniken in Langenfeld, Troisdorf, Bonn und Brühl gehört auch das Bensberger Vinzenz-Pallotti-Hospital bereits seit Jahren zur GFO. Medizinisch könnten die beiden Klinken in der Kreisstadt noch besser „aufeinander abgestimmt werden“, sagt Merten, genaue Pläne gebe es diesbezüglich aber noch nicht.

In jedem Fall werde das MKH weiter ein Akutkrankenhaus bleiben, kündigte Hörter an. „Überschneidungen mit dem Angebot in Bensberg wird es auch künftig geben.“ Auf der anderen Seite arbeiteten beispielsweise die Geriatrie des MKH und die Onkologie in Bensberg schon heute eng zusammen. Seit 2011 nutzt das Marien-Krankenhaus die Zentralapotheke der GFO in Troisdorf, und auch in der Krankenpflegeschule Bergisches Land arbeite man seit Jahren erfolgreich zusammen, so Merten: „Es gibt heute kaum noch ein Krankenhaus, das nicht einem Verbund angehört.“

Den Kontakt mit dem Marien-Krankenhaus werde die Pfarrei St. Laurentius auch künftig nicht nur in seelsorgerischer Hinsicht halten, versprach Hörter: „Das Interesse unserer Kirchengemeinde ist mit dem Übergang keineswegs erloschen.“


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