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Porzberg: Odenthalter Verwaltung hält an Bau von Flüchtlingsunterkunft fest

Flüchtlinge.

Flüchtlinge.

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dpa

Odenthal -

Wenn zwei Familien mit insgesamt 14 Mitglieder nach Blecher ziehen wollten, würde man im Normalfall die Neuankömmlinge mit Brot und Salz willkommen heißen. Da es sich aber um Flüchtlingsfamilien handelt, für die zwei Wohncontainer samt Sanitäranlagen und einem Aufenthaltscontainer auf eine Freifläche am Porzberg gestellt werden sollen, gab es deswegen eine fast zweistündige Bürgerinformation.

Im Vorfeld hatte sich eine „Bürgerinitiative Kein neues Asylantenheim in Blecher“ mit einer Hauswurfsendung zu Wort gemeldet und den Eindruck erweckt, im Namen des Bürgermeisters zu handeln. „Ich distanziere mich in aller Schärfe von diesem Schreiben“, sagte Robert Lennerts. Er mache sich die darin geäußerten pauschalen Vorurteile und unwahren Behauptungen keineswegs zu eigen. „Niemand verschließt die Augen vor Problemen, aber wir sollten nichts herbeireden, was es bei uns faktisch nicht gibt.“

Die Verwaltung informierte über die Fakten. So wurde ein Odenthal-Pass für die Flüchtlinge eingeführt, den jeder in Odenthal lebende Asylbewerber bekommt und der ihn mit Foto und Namen ausweist. 312 Flüchtlinge leben derzeit in der Gemeinde, im Februar gab es keine Neuzuweisungen, dafür zogen sieben Schutzsuchende weg.

Lennerts stellte klar, dass niemand wisse, wie sich die Zahlen entwickeln werden, man müsse aber von weiteren Zugängen ausgehen. Um an dem Ziel festhalten zu können, die Turnhalle am Schulzentrum und die Laufbahn des Stadions wieder für Schul- und Vereinssport zu nutzen, werde man vom beschlossenen Bau neuer Unterkünfte nicht abweichen. Im April sollen die neuen Standorte in Eikamp und am Pfarrhof in der Ortsmitte bezugsfertig sein. Lennerts dankte den rund 150 Ehrenamtlern, die sich auf vielen Feldern darum kümmern, die Neubürger zu integrieren: „Ohne Ihre Hilfe wären wir schon gescheitert.“

Diesen Ehrenamtlern dürfte der in Blecher lebende Richter am Kölner Verwaltungsgericht, Wilhelm Bamberger, aus der Seele gesprochen haben: „Es läuft in Odenthal so vieles besser als in anderen Kommunen“, stellte er fest.


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