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Radstation: Neue Unterkunft für Drahtesel

Die künftige Radstation bietet Raum für 256 überdachte Stellplätze. ()

Die künftige Radstation bietet Raum für 256 überdachte Stellplätze. ()

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Foto: Daub

Bergisch Gladbach -

Ein Förderbescheid und eine Baugenehmigung lagen schon vor, nur ein Betreibervertrag für die schon länger geplante Radstation am S-Bahnhof Bergisch Gladbach fehlte bislang. Aber auch diese Lücke konnte die Stadtverkehrsgesellschaft jetzt schließen.

Der Aufsichtsrat hat das vorgelegte Betreiberkonzept gebilligt und die Stadtverkehrsgesellschaft mit der Finanzierung beauftragt. Jetzt wurde mit dem Verein „Kölner-Fahrrad-Netzwerk“, der eng mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) verzahnt ist, ein Vertragspartner gefunden.

Reparatur, Verleih und 256 Stellplätze

Im Oktober noch hatte der Regierungspräsident als Zuschussgeber bemängelt, dass die Stadtverkehrsgesellschaft, den Betrieb zunächst mit mehreren Partnern – darunter die GL-Service GmbH – durchführen wollte (die BLZ berichtete). „Wir sind froh, mit dem Netzwerk einen starken Partner mit großem Know-how gefunden zu haben“, freute sich Stadtbaurat Stephan Schmickler.

Entstehen soll die Radstation dort, wo jetzt noch die Busse wenden. Dieser Wendeplatz soll dann weiter in Richtung Stellwerk verlegt werden. Das geplante zweite Gleis für den S-Bahn-Verkehr wurde im Bauplan bereits berücksichtigt.

Das künftige eingeschossige Gebäude wird nach den bisherigen Planungen rund 50 Meter lang, zehn Meter breit und fünf Meter hoch sein und aus zwei Teilen bestehen.

In einem Teil ist dann eine Servicestation untergebracht, in der Fahrräder gewaschen und repariert werden können. Zudem können die Biker ihren Drahtesel mit dem eigenen Schloss an 256 Stellplätzen abschließen. Fahrräder und E-Bikes können ebenfalls ausgeliehen oder aufgeladen werden. Der Zugang zur Radstation soll mittels Ticket rund um die Uhr möglich sein. Personal ist mindestens rund 50 Stunden pro Woche vor Ort, auch samstags und sonntags. Die Tickets in der Kölner Radstation kosten momentan tageweise 90 Cent, ein Monatsticket 8 Euro und eine persönlicher Stellplatz für zwölf Monate 99 Euro. „Die Preise werden in Bergisch Gladbach ähnlich sein“ erklärte Sven Bursch, Vorsitzender des ADFC Rheinberg-Oberberg. Eine Videoüberwachung soll Langfinger vom Klauen abhalten. „Außerdem ist die soziale Kontrolle dort sehr groß“, betonte Schmickler.

Die Kosten für den Bau und den Erwerb des städtischen Geländes werden mit rund 700 000 Euro beziffert.

Mit der jetzt erfolgten Zustimmung der Bezirksregierung gibt es dafür Landesmittel von rund 360 000 Euro, den Rest nimmt die Stadtverkehrsgesellschaft als Eigentümer per Kredit auf.

Der Vertrag mit dem Fahrrad-Netzwerk wurde zunächst für zwölf Jahre abgeschlossen. Weil der ADFC bereits eine ganze Reihe von Stationen betreibt und die Rechte für den Begriff „Radstation“ besitzt, ist die Stadtverkehrsgesellschaft überzeugt, dass der Verein die Einrichtung wirtschaftlich betreibt und daraus einen Anlaufpunkt für alle Radfahrer macht.

„Zudem wird der Fahrradmarkt weiter wachsen“, erklärte Schmickler, der mit der Fertigstellung der Station für Mitte nächsten Jahres rechnet.