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Unternehmen in Bergisch Gladbach: Kürzungen für Zanders-Pensionäre

Das Werk in Bergisch Gladbach

Das Werk in Bergisch Gladbach

Foto:

Neumann

Bergisch Gladbach -

Für die Sanierung von Zanders werden nicht nur von den Mitarbeitern Opfer verlangt, sondern auch von den Pensionären. Immerhin 2235 frühere Zandrianer beziehen eine Betriebsrente. Erwirtschaftet werden müssen diese Zahlungen von derzeit 500 aktiven Zandrianern.

Fabrikleiter Dr. Lennart Schley bezeichnete dieses Verhältnis als „krank“. Er bestätigte, dass weit über zwei Millionen Euro jährlich an Zanders-Pensionäre gezahlt werden. In einem Schreiben an die Pensionäre wird eine 15-prozentige Kürzung angekündigt. Es wird auf den Insolvenzantrag des Modelleisenbahn-Herstellers Fleischmann verwiesen. Dort hätten zum Schluss 33 Angestellte die Pensionen von 600 früheren Mitarbeitern erwirtschaften müssen. Weiter heißt es: „Diese Kürzung gilt für die Laufzeit der neuen Standortsicherungsvereinbarung und vorbehaltlich des Eintritts des Sanierungserfolgs.“

Als Alternative zu dem Sanierungsverfahren wird explizit das Insolvenzverfahren genannt. Ein betroffener Pensionär, der nicht namentlich genannt werden will: „Damit wird uns die Pistole auf die Brust gesetzt.“ Ein nachvollziehbares Gefühl, denn in dem Schreiben wird ausgeführt, dass im Rahmen eines solchen Insolvenzverfahrens die Betriebsrente komplett entfallen werde. Die Alternative für die Pensionäre lautet demnach also, entweder weniger Geld, oder gar kein Geld. Betroffen von den Kürzungen ist auch das ehemalige Führungspersonal bei Zanders. Dabei gestaltet sich der Widerstand gegen die geplanten Kürzungen juristisch schwierig. In der Betriebsvereinbarung für die Pensionäre heißt es explizit: „Zanders behält sich vor, die Pensionszusagen zu kürzen oder entfallen zu lassen.“ Und zwar für den Fall, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern würde.

Für die Geschäftsführung von Zanders sind die Kürzungen bei den Pensionären Teil des Gesamt-Sanierungsplan. Die Einschnitte für die aktiven Zandrianer belaufen sich auf rund 20 Prozent des jährlichen Einkommens. Das ist ihr Beitrag zur Rettung des Unternehmens. Im Gegenzug hat der neue Eigentümer von Zanders, der Münchener Finanzinvestor Mutares, eine Standortsicherung bis 2019 unterschrieben.