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Wermelskirchenerin vor Gericht: Schizophrene Frau hat im Wahn zwei Menschen erschossen

Symbolbild

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dpa

Rhein-Berg/Köln -

„Die Beschuldigte hat getötet, ohne eine Mörderin zu sein. Sie hat im Zustand der geistigen Umnachtung gehandelt“, sagte Staatsanwalt Stefan Winter am Dienstag zu Beginn eines Sicherungsverfahrens am Kölner Landgericht. Die Beschuldigte leide seit Jahren an einer chronisch paranoiden Schizophrenie. Dies habe sich bei den Ermittlungen heraus gestellt.

Die Beschuldigte ist eine 46 Jahre alten Wermelskirchenerin. Die gebürtige Leverkusenerin soll am 24. April 2015 im Wermelskirchener Ortsteil Pohlhausen ihren 62-jährigen Vermieter mit einem Schuss in den Kopf vorsätzlich getötet haben.

Der Mann stand zu diesem Zeitpunkt auf seinem Balkon. Mit einem Gewehr, geladen mit Munition des Kalibers 308, hatte die Jägerin auf den Mann geschossen. Das Opfer brach tödlich getroffen zusammen. Als seine Lebensgefährtin ihren toten Partner auf dem Balkon sah, floh sie ins Innere des Hauses. Die 46-Jährige kletterte auf den Balkon, sah die Partnerin ihres Vermieters im Zimmer, folgte ihr und schoss gezielt, so wie sie es schon bei dem 62-Jährigen getan hatte, und traf das zweite Opfer in die Brust. Herz und Lunge waren durch das Projektil schwer verletzt worden. Die Beschuldigte riss die Sterbende zu Boden und stach noch dreimal mit einem Messer zu. Wie die Obduktion später ergab, war die Schussverletzung tödlich.

In diesem Prozess geht es nicht um Schuld

Dr. Karl-Christoph Bode, Anwalt der Beschuldigten, stimmte den Ausführungen des Staatsanwalts „zu rund 99 Prozent zu“. Eigentlich ein Schuldeingeständnis, doch in diesem Prozess geht es nicht um Schuld, es wird wohl keine Gefängnisstrafe geben – trotz des schweren Vergehens.

Wegen einer chronisch paranoiden Schizophrenie sei die Tat im Zustand der geistigen Umnachtung ausgeführt worden, so der Staatsanwalt. Die Gesamtwürdigung der Täterin und ihrer Tat ließen für den Staatsanwalt nur den Schluss zu, dass von der 46-Jährigen infolge ihres Zustandes ähnliche Taten zu erwarten seien und die Beschuldigte deshalb für die Allgemeinheit gefährlich sei. Winter: „Deshalb ist auf eine Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung zu entscheiden.“

Das Verfahren wird am Mittwoch fortgesetzt. Zeugen werden gehört, und es ist davon auszugehen, dass sich die Beschuldigte zu ihrer Person äußern wird. Die Öffentlichkeit wird wohl ausgeschlossen.