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Schulbeginn: Trend zum Gymnasium

Schon zum Start im vergangenen Schuljahr erfreute sich die neue Ganztags-Realschule in Odenthal einer großen Beliebtheit. In dieser Woche kommen 95 Schüler neu hinzu. Bald könnte sich die Raumfrage am Schulzentrum stellen. (Foto: Volkmann)

Schon zum Start im vergangenen Schuljahr erfreute sich die neue Ganztags-Realschule in Odenthal einer großen Beliebtheit. In dieser Woche kommen 95 Schüler neu hinzu. Bald könnte sich die Raumfrage am Schulzentrum stellen. (Foto: Volkmann)

Rhein-Berg -

Wenn am Mittwoch das Schuljahr 2014/15 beginnt, haben die Schulämter ihre Hausaufgaben längst gemacht. Jahre im Voraus muss geplant, hochgerechnet und geschätzt werden, welche Schulen und Schulformen Eltern und Schüler künftig wählen werden. Ob das Angebot stimmt, die Schullandschaft den Anforderungen gerechnet wird, zeigt sich immer erst mit zeitlicher Verzögerung – beim Blick auf die realen Anmeldezahlen. Diese liegen jetzt vor.

Bergisch Gladbach: Nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre ist mit der Gründung der zweiten Gesamtschule etwas Ruhe eingekehrt. Die Integrierte Gesamtschule Paffrath und die Nelson-Mandela-Gesamtschule in Gronau sind ausgelastet. Da beide Einrichtungen auch inklusiv beschulen, nehmen Paffrath mit 168 und Gronau mit 112 Schülern weniger Kinder für den neuen Jahrgang auf als bisher. In Paffrath mussten rund 40 Schüler aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden.

Alle fünf Gymnasien sind weiter stark gefragt und gelten als gesund. Das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium und das Albertus-Magnus-Gymnasium nahmen jedenfalls 120 Kinder auf, das Gymnasium Herkenrath 107, das Otto-Hahn-Gymnasium 105 und das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium 103. Alle Einrichtungen können vier neue Parallelklassen aufmachen. Während sich die Otto-Hahn-Realschule unter neuer Leitung mit 99 Anmeldungen von ihrem Vorjahrestief erholte, als sie offenbar etliche Schüler an die neue Gesamtschule verlor, bleiben Johannes-Gutenberg-Realschule mit 76 und Realschule Im Kleefeld mit 63 Anmeldungen im Rahmen der Erwartungen.

Sorgen bereitet nach Angaben der Verwaltung der starke Rückgang der Anmeldungen an der Realschule Herkenrath. Hier beginnen nur 37 Schüler. Bisher habe Herkenrath von Kindern profitiert, die nicht an der Gesamtschule Kürten unterkommen konnten, erklären sich Experten die Entwicklung. Da dort der Anmeldeüberhang schrumpfe, könne Herkenrath nicht mehr so stark von der Nachbargemeinde profitieren.

Größtes Sorgenkind ist weiterhin die Hauptschule Im Kleefeld, die am stärksten unter der Einrichtung einer zweiten Gesamtschule leidet. Mit 26 Anmeldungen ist sie einzügig.

Rösrath: Hier verzeichnet das Gymnasium mit 147 Anmeldungen einen Zuwachs um 30 Schüler und kann jetzt fünf Parallelklassen aufmachen. Die Verwaltung verzeichnet weniger auspendelnde Schüler als in den Vorjahren: „In den vergangenen 15 bis 20 Jahren sind immer etliche Schüler an Bergisch Gladbacher Schulen gegangen, was für uns eine Klasse weniger bedeutet hat“, berichtet Fachbereichsleiter Klaus Graß. An der Realschule meldeten die Eltern 67 Jungen und Mädchen an, acht mehr als im Vorjahr. Nach heftigen Diskussionen um eine Sekundarschule wird dies als Beruhigung der Lage gewertet.

Overath: Die junge Sekundarschule meldet 103 Anmeldungen. „Das entspricht unserer Prognose“, sagt der Erste Beigeordnete Bernd Sassenhof. Unerwartet kam der starke Rückgang der Einschulungen am Paul-Klee-Gymnasium. Die Anmeldungen sanken von 130 auf 97 Schüler. „Das ist ein eklatanter Rückgang, der vielleicht mit der neuen Gesamtschule in Much zusammenhängt“, deutete Sassenhof. Für rund 20 Kinder in Marialinden sei diese eine Alternative. Zudem suchten einige Eltern für ihre Kinder eine Schule, die in neun Jahren zu Abitur führe. Am Paul-Klee-Gymnasium wird das Abitur nach acht Jahren abgelegt.

Kürten: Die Gesamtschule Kürten kann weiterhin fünf Parallelklassen bilden. Weil hier inklusiv beschult wird, blieb sie mit 148 Aufnahmen zwei Schüler unter ihrer Kapazität. „Wir mussten einige Schüler ablehnen, aber nicht so viele wie in den Vorjahren“, bestätigte Geschäftsbereichsleiterin Monika Chimtschenko.

Odenthal: Die Ganztagsrealschule wird auch im zweiten Jahr dreizügig starten. 95 Kinder sind angemeldet, die meisten aus der Gemeinde, aber immerhin 16 auch aus Bergisch Gladbach, je 13 aus Wermelskirchen und Kürten. Insgesamt besuchen dann 190 Kinder die 2013 gegründete Schule.

Sollte die Nachfrage dauerhaft so hoch bleiben, muss die Politik eine Entscheidung zur Raumsituation treffen. Derzeit teilen sich Realschule, Gymnasium (872 Schüler) und Hauptschule das Schulzentrum, das wird dauerhaft kaum so bleiben können. Denn auch wenn die Hauptschule ausgelaufen ist, sind die Bedürfnisse der beiden verbleibenden Schulen sehr unterschiedlich.

Ob Container eine Zwischenlösung seien könnten, Räume der benachbarten Grundschule genutzt werden können oder neu gebaut werden muss, ist dann die Frage. Ihre Beantwortung hängt auch von der Entwicklung der Schülerzahlen ab.


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