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Studie: Entschlüsselte Abläufe über Altenberger Dom

Alles über die Baupraxis
bei der Errichtung  des Altenberger Doms verrät das neue Buch von Dr. Sabine Lepsky  und Professor Dr. Nobert Nußbaum (2. v. l.). Links Hans Wolfgang Zanders, Vorsitzender des Altenberger Dom-Vereins, rechts Verleger Hans Martin Heider.

Alles über die Baupraxis

bei der Errichtung  des Altenberger Doms verrät das neue Buch von Dr. Sabine Lepsky  und Professor Dr. Nobert Nußbaum (2. v. l.). Links Hans Wolfgang Zanders, Vorsitzender des Altenberger Dom-Vereins, rechts Verleger Hans Martin Heider.

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Heyltjes

Odenthal -

Das neue Buch des Altenberger Dom-Vereins ist von monumentaler Bedeutung: Dr. Sabine Lepsky und Professor Dr. Norbert Nußbaum haben die Bauprozesse entschlüsselt. Nach der Choranlage (2005) haben sich die beiden Wissenschaftler jetzt mit Quer- und Langhaus befasst. Der Altenberger Dom-Verein (ADV) präsentiert den zweiten Band der Forschungsergebnisse.

Fünf Jahre Arbeit haben die beiden Autoren in ihre neue Untersuchung investiert. Systematische Untersuchungen gotischer Kirchen in Europa gibt es bis auf zwei Ausnahmen in diesem Ausmaß nicht. Lediglich vom Regensburger Dom und von Teilen des Kölner Doms gibt es umfassende Analysen. Lepsky und Nußbaum haben die Entstehung der Zisterzienserkirche untersucht. Sie arbeiteten sich einmal durchs Langhaus und zurück: „Wir sind jetzt mit jeder Fuge per du“, scherzt Nußbaum.

Für die Architekten war die Gotik, die in Deutschland ab dem 12. Jahrhundert Bedeutung erlangte, eine Herausforderung. Sie konnten weder lesen noch schreiben. Bei den Zeichnungen nutzten sie die Geometrie mit Kreisen, Dreiecken und Quadraten, um Pläne für die Arbeitskräfte zu erstellen.

Eine wichtige Rolle kam den Steinmetzen zu. Sie kannten die Tricks und Kniffe des neuen Stils, der aus Frankreich stammte. Für die Errichtung der Gotteshäuser, die damals überall entstanden, benötigten die Verantwortlichen einen Fachmann. Also begaben sich die Steinmetze auf Wanderschaft. Wer sich aber keinen Experten angeln konnte, der musste einen anderen Weg gehen, einen, der heute im Baugewerbe unvorstellbar wäre: einfach so lange probieren, bis sich eine perfekte Lösung ergibt. Und so finden sich im Altenberger Dom verschiedene Konstruktionen, die die Fenster halten sollten: „Learning by Doing“, so Nußbaum. Die meist versprechende Konstruktion setzte sich durch. An der Dhünn kamen damals große Steine zum Einsatz kamen. Woanders, etwa im Magdeburger Dom, waren es deutlich kleinere Exemplare.

Das neue Buch hilft nun auch bei der Instandhaltung des Doms. Er kann für wenig Geld fachgerecht gepflegt werden. Nußbaum empfiehlt: „Reparaturen sofort durchführen und auf lange Wartezeiten verzichten. So wie jeder Eigenheimbesitzer es macht.“

 „Gotische Konstruktion und Baupraxis an der Zisterzienserkirche Altenberg“, Band 2, 200 Seiten, Heider-Verlag, 59 Euro, ISBN 978-3-87314-475-0.



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