Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Valentinstag in Bergisch Gladbach: Die Sprache der Liebe lernen

Pantomime Christoph Gilsbach hatte exklusiv für diesen Tag das Programm „Auf dem Weg zum Du“ geschrieben.

Pantomime Christoph Gilsbach hatte exklusiv für diesen Tag das Programm „Auf dem Weg zum Du“ geschrieben.

Foto:

Arlinghaus

Bergisch Gladbach -

Mit dem Valentinstag konnten Daniela und Sören (Namen geändert) nie wirklich etwas anfangen. Obwohl das Mittfünfziger-Paar aus Odenthal seit mehr als 20 Jahren verheiratet ist, gab es in all diesen Jahren kein besonderes Programm. Bis vor einem Jahr. Da entdeckten die beiden den „Geschenktag für Paare zum Valentinstag“.
„Das erschien uns als eine schöne Gelegenheit, an diesem Tag etwas gemeinsam zu machen“, sagt Daniela, die gestern mit Sören wieder dabei war. Am Sonntag konnte der Geschenketag nicht nur runden Geburtstag, sondern auch eine Rekordbeteiligung feiern. 40 Paare hatten sich zur zehnten Auflage gemeldet. Dazu waren auch 25 Kinder der Paare gekommen, die während der Veranstaltung betreut wurden.

Zeit miteinander verbringen

„Damit stoßen wir dann aber auch an unsere Kapazitätsgrenze“, sagt Erwin Becker. Der Diplompsychologe leitet die EFL in Bergisch Gladbach und erklärt, worum es bei dem Tag geht: „Wir merken immer wieder, dass es bei Paaren zu Schwierigkeiten kommt, weil sie sehr wenig Zeit miteinander verbringen, und das können sie hier an diesem Tag.“
In den Workshops thematisieren Dozenten paarspezifische Problemfelder oder laden zum gemeinsamen Erleben, etwa beim Trommeln oder bei einer Reflexzonenmassage, ein. „Es ist wichtig, dass Paare gemeinsame, positive Erlebnisse haben. Das stärkt die Partnerschaft“, erklärt Georg Kalkum, Referent für Ehepastoral in Rhein-Berg und Oberberg. „Außerdem liefern die Workshops Impulse für die Partnerschaft.“ Aus diesem Grund waren auch Miriam und Julian (Namen geändert) am Sonntagnachmittag in das Laurentiushaus in Bergisch Gladbach gekommen. Beide sind Mitte 20 und wollen noch in diesem Jahr heiraten. „Uns ist klar, dass man für eine Partnerschaft arbeiten muss und deshalb sind wir hier. Wenn wir heiraten, soll die Ehe ja schließlich ein Leben halten“, nennt Julian die Motivation des Paares. „Wir hatten noch keine großen Probleme, aber wir wollen uns schon mal damit auseinandersetzen, was man dann tun kann. Es ist also eher präventiv“, sagt Miriam.

Ihr zukünftiger Ehemann betont die religiöse Komponente des Miteinanderlebens: „Gott nimmt uns so, wie wir sind. Er vergibt uns. Und das Vergeben ist sicher auch in der Partnerschaft ein ganz wichtiger Punkt.“ „Stress in der Partnerschaft“ nannte sich einer der acht Workshops, ein anderer behandelte das Spannungsfeld „Eltern sein – Paar sein“, mehrere Workshops „Die Sprache(n) der Liebe“ oder „Paarkommunikation“. „Achtsamkeit in der Partnerschaft“ war das Thema im Workshop von Hannelore Gabor-Molitor. Hier ging es darum, in aufgeheizten Konfliktsituationen die Bedürfnisse des Partners zu akzeptieren.
„Wenn wir lernen innezuhalten, gibt es immer konstruktive Möglichkeiten, sich dem Partner auch bei Konflikten wertschätzend gegenüber zu verhalten“, fasst sie zusammen. „Man erhält hier wertvolle Aspekte zum Thema Partnerschaft, über die man sich so noch nie Gedanken gemacht hat“, sagt Daniela und ist dankbar für die Impulse des Geschenketages.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?