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Vinzenz-Pallotti-Straße in Bensberg: Bebauungsplan wird zum dritten Mal öffentlich ausgelegt

Ein Stückchen Wildnis in Bensberg: Das Gelände für das Gewerbegebiet Vinzenz-Pallotti-Straße liegt seit Jahren brach.

Ein Stückchen Wildnis in Bensberg: Das Gelände für das Gewerbegebiet Vinzenz-Pallotti-Straße liegt seit Jahren brach.

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Klaus Daub

Bergisch Gladbach -

Das Sprichwort sagt: „Alle guten Dinge sind drei“. Ob der Spruch auch für das Gelingen von Bebauungsplänen anzuwenden ist, wird sich zeigen. Denn im Fall des Bebauungsplanes Vinzenz-Pallotti-Straße Teil 1 in Bensberg muss der Plan nun ein drittes Mal öffentlich ausgelegt werden. Der Grund sind nach Angaben der Verwaltung weitere Textergänzungen aufgrund nachgereichter Eingaben. Die Firma Musculus, die auf einem Teil des Eckgrundstückes Vinzenz-Pallotti-Straße/Overather Straße bauen möchte, reichte außerdem kürzlich bei der Stadtverwaltung eine Bauvoranfrage ein. Das bestätigte Firmenchef Georg Musculus.

Die städtischen Pläne für die Gewerbefläche stehen seit Jahren unter keinem guten Stern. Nachdem der ursprüngliche Bebauungsplan Ende 2012 vor dem Oberverwaltungsgericht Münster baden gegangen war, legte die Stadtverwaltung im Herbst 2013 den geänderten Bebauungsplan Vinzenz-Pallotti-Straße Teil 1 vor.

Kleinere Fläche

Geändert, sprich verkleinert, hat sich in diesem Planentwurf die Fläche, die für die Ansiedlung neuer Betriebe geschaffen werden soll. Der Böttcher-Bach bildet dafür eine natürliche Grenze. Das aktuelle Plangebiet umfasst die Wiesenfläche westlich des Baches bis zur Vinzenz-Pallotti-Straße.

Bei der ersten öffentlichen Auslegung gab es eine Reihe von Stellungnahmen, die vom Planungsausschuss teilweise eingearbeitet oder abgelehnt und beschlossen wurden. Als die Stadt dann im vergangenen Jahr mit dem Bebauungsplan Tannenbergstraße wegen fehlender Zuordnungen von Lärmpegeln im Detail scheiterte, wollte sie beim Plan Vinzenz-Pallotti-Straße sicher gehen und nachbessern. Im September 2015 wurde das erneute öffentliche Auslegen wegen des Lärmschutzes beschlossen. Nun soll der Planungsausschuss am 16. Februar zum dritten Mal sein Votum für die Offenlage geben.

Wie schon in der zweiten Runde will die Stadt auch hier einen verkürzten Zeitraum von zwei statt regulärer vier Wochen vorschlagen. Unternehmer Georg Musculus setzt mit seiner Bauvoranfrage für einen neuen Firmenstandort ein Signal – doch sein Optimismus hat Grenzen: „Das ist mein letzter Versuch, in Bensberg etwas zu starten.“

Er schließt weiteren Widerstand gegen sein Vorhaben nicht aus. Um den derzeitigen Firmensitz an der Ernst-Reuter-Straße für die Produktion noch effektiver nutzen zu können, werde dort momentan umgebaut.

Neu bauen möchte Musculus auf seiner Fläche an der Vinzenz-Pallotti-Straße ein Gebäude für die Produktion sowie ein weiteres Ausstellungs- und Verkaufsgebäude. „Wenn wir beides realisieren können, ist es optimal für uns“, sagt der Unternehmer. Wäre nur das Produktionsgebäude machbar, sei zu überlegen, ob zwei Firmenstandorte in Bensberg sinnvoll seien. Musculus: „Und wenn gar nichts aus unseren Bauplänen wird, werden wir überlegen, wie wir das Grundstück weiter verwerten können.“ Dieses Jahr wolle er noch abwarten. Expandieren werde der Betrieb mit mehr als 70 Beschäftigten danach allerdings auf keinen Fall in Bergisch Gladbach.

Derweil unterstützt der Gladbacher Baudezernent Stephan Schmickler die Ansiedlung von Betrieben auf dieser Gewerbefläche. Das liege auch im öffentlichen Interesse, da die Stadt nur wenige Gewerbeflächen habe. Aus städtebaulicher Sicht bedauert Schmickler, dass das Grundstück rund um Haus Bockenberg nicht neu geplant werden kann.

Mit der Gerichtsentscheidung sei die gewerbliche Weiterentwicklung des Geländes blockiert. Und für Wohnhäuser sei es wegen des Verkehrslärms ungeeignet, so Schmickler.