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Kölnische Rundschau | Neuer Abschnitt der A4 bei Kerpen: Proteste bei Autobahneröffnung
16. September 2014
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Neuer Abschnitt der A4 bei Kerpen: Proteste bei Autobahneröffnung

Die Einweihung des neuen A4-Abschnitts mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek wurde von Protesten begleitet.

Die Einweihung des neuen A4-Abschnitts mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek wurde von Protesten begleitet.

Foto:

Rosenbaum

Kerpen -

Das neue Teilstück der Autobahn 4 bei Kerpen wird am Dienstag feierlich eröffnet. Die Verlegung war nötig geworden, weil RWE Power den Braunkohletagebau Hambach erweitert. Um 11.30 Uhr weihen Vertreter von Bund, Land und RWE fast genau sechs Jahre nach Beginn der Arbeiten den neuen Abschnitt ein.

Unter den Gästen waren auch NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, der RWE-Vorstandsvorsitzende Matthias Hartung und Staatssekretär Enak Ferlemann. Sie fuhren mit einem Doppeldeckerbus über die 192 Millionen Euro teure Strecke ein Stück in Richtung Düren. Die Feier wurde von Protesten der Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ begleitet. Für Autofahrer wird die Strecke erst am Mittwoch, 17. September, in Richtung Köln freigegeben. In Richtung Aachen und Düren soll der Verkehr ab Samstag fließen.

Schon vor der Eröffnung gab es eine Protestaktion der Bürgerinitiative: Am Montagabend luden sie unter dem Motto „Stiller Abschied von der Stille“ zu einem Nachbarschaftstreffen ein. Die Initiative wies darauf hin, dass es gegen die Verlegung der A4 1200 Einsprüche von Bürgern gegeben habe. Auch der BUND fürchtet mehr Lärm und Staub in dem Kerpener Ortsteil. Der Landesbetrieb Straßenbau geht dagegen davon aus, dass es dank Tieferlegung der Fahrbahn, Lärmschutzwällen und Flüsterasphalt in Buir leiser wird. Für den Lärmschutz wurden nach Angaben des Betriebs 21 Millionen Euro ausgegeben. Auch wegen der Walsbesetzer im Hambacher Forsthaben die Organisatoren „Sicherheitsbedenken“.

Die neue Trasse führt vom Kreuz Kerpen südlich am Tagebau Hambach vorbei. Vor der Anschlussstelle Düren trifft das neue Stück wieder auf die bestehende Trasse. Durch die Verlegung fällt die Anschlussstelle Buir weg. Dafür werden zwei neue Zu- und Abfahrten bei Elsdorf und Merzenich geschaffen. Auch die Strecken der Deutschen Bahn und der Hambachbahn von RWE müssen im Zuge des Abbaus verlegt werden.