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Großeinsatz in Erftstadt: Feuer zerstört Flüchtlingsheim

Etwa 40 Einsatzkräfte löschten die Flammen.

Etwa 40 Einsatzkräfte löschten die Flammen.

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Margret Klose

Erftstadt -

In der Wohnanlage für Flüchtlinge und Asylbewerber an der Radmacherstraße in Erftstadt-Blessem ist am Samstagabend gegen 18.30 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde dabei niemand. Die Polizei geht offenbar von einem technischen Defekt aus. Hinweise auf Brandstiftung oder eine fremdenfeindliche Tat lägen nicht vor, hieß es.

Rechtzeitig konnten sich die 123 Menschen, die in der Wohnanlage vorübergehend leben, in Sicherheit bringen. Viele von ihnen trugen nur leichte Kleidung, kurze Hosen und T-Shirts. In aller Eile waren die Familien mit ihren Kindern aus der eingezäunten Wohnanlage gelaufen. Als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, brannte einer von 24 Containern.

In der Anlage gibt es 21 Wohncontainer und drei Versorgungsräume. In einem der Versorgungsräume, der für die Stromversorgung und Heizungsanlage genutzt wird, war der Brand ausgebrochen. Erschrocken und teilweise entsetzt verfolgten die Bewohner trotz der Kälte die Löscharbeiten der Feuerwehr. Probleme gab es zunächst mit der Wasserversorgung. „Das Wasserleitungsnetz gibt hier die benötigten Mengen nicht her“, erläuterte Feuerwehrsprecher Elmar Mettke. So musste das Wasser aus mehreren Hundert Meter entfernten Hydranten und aus Tanklöschfahrzeugen gezapft werden.

40 Einsatzkräfte

Etwa 40 Kräfte der Löscheinheiten aus Liblar, Köttingen, Dirmerzheim und Blessem sowie der Hauptwache waren im Einsatz. Was die genaue Brandursache ist, muss die Polizei noch ermitteln. Der Versorgungscontainer wurde nach den Löscharbeiten von der Polizei beschlagnahmt.

Die Bewohner wurden von den Einsatzkräften betreut. Zunächst wurden kleine Zelte aufgebaut, in denen Familien mit Kindern Schutz vor der Kälte fanden. Auch die Bevölkerung reagierte sofort mit großer Hilfsbereitschaft. „Viele Bürger haben sich gemeldet und wollen mit Decken, Essen oder Fahrdiensten helfen“, so Mettke.

Am Samstagabend fand das Ordnungsamt der Stadtverwaltung eine Übergangslösung. Die betroffenen Menschen wurden in der Realschule in Liblar untergebracht. Ehrenamtliche Helfer vom ASB, DRK und Malteser Hilfsdienst richteten in der Schule ein Nachtquartier her.

Sonntagmorgen berichteten die Bewohner von einer „unruhigen Nacht“ in der Schule. Die Ehrenamtler des ökumenischen Arbeitskreises Flüchtlinge, allen voran Monika Kessler, sowie die Mitarbeiter vom Fachdienst Migration und Integration hatten die halbe Nacht durchgearbeitet, um die Flüchtlinge möglichst im Familienverband oder zumindest Menschen gleicher Nationalität in den Klassenzimmern unterzubringen. Monika Kessler sowie Helfer vom MHD und DRK übernahmen zeitweise die Kinderbetreuung.

Frühestens am Montag, so berichtete Elmar Mettke weiter, könne die Stromversorgung im Übergangslager wieder hergestellt werden. Die Flüchtlinge und Asylbewerber werden bis dahin noch in der Schule bleiben müssen.



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