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Grundstücke ausspioniert: Kleidersammlung mit Katzenklau?

Elsdorf -

Der Wind fegte die aufgestellten Eimer ordentlich durcheinander. Und das laute Scheppern der Plastik-Sammelbehälter war nicht der einzige Grund für aufgeregte Anrufe bei Ortsvorsteher Michael Gülden. Die Sorge wegen möglicher verborgener Zwecke privater Kleidersammlungen trieb besonders die Katzenfreunde um.

Alle Wochen wieder teilen Firmen ihre Sammeleimer für Kleider und Schuhe von Haus zu Haus aus, um sie nach ein, zwei Tagen – meist ebenso leer wie zuvor – wieder einzusammeln. So geschehen auch am vergangenen Wochenende in Angelsdorf und Esch.

Da der wirtschaftliche Erfolg dieser Aktionen zweifelhaft ist, vermuten einige Elsdorfer andere Ursachen hinter den Sammelaktionen. So könnten die Verteiler beim Aufstellen der Eimer das Grundstück ausspionieren und erkunden, ob Hund oder Katze über Haus und Hof wachen. Mehrere Anrufer hatten bei Gülden ihre Bedenken geäußert. Durch Codes wie farbige Deckel, so fürchten die Anrufer, würden Einbrecher oder Tierfänger informiert. Nachbarn hatten Zettel mit Warnhinweisen verteilt, sie sollten ihre Haustiere nicht frei laufen lassen. „Wir fühlen uns gestört und beunruhigt durch solche Aktionen“, sagt eine Anwohnerin.

Auch die Giesendorferin Regina Tomaschewski fürchtet die ungebetenen Gäste in den Orten. „In der letzten Zeit sind viele Katzen verschwunden“, weiß sie aus einem Facebook-Forum zu dem Thema. Sie will jetzt bei Bürgermeister Wilfried Effertz vorsprechen. Die Stadt soll, so ihr Ansinnen, die Aktionen verbieten. Auch die Sperrmülltouristen sind ihr ein Dorn im Auge.

Polizei rät zu Sammelanzeigen

Im Vordergrund bleibt jedoch die Sorge um die Stubentiger. Sie verdächtigt Labors für Tierversuche, Verarbeiter von Katzenfellen oder schlicht Katzenhasser als Urheber der Aktionen. Es seien schon „viele Katzen“ nach Kleidersammlungen verschwunden, berichtet Tomaschewski. Ihr selbst seien in den vergangenen sechs Monaten zwei Kater abhandengekommen. Bei der Polizei bekamen Betroffene jetzt die Auskunft, sie mögen sich zu Sammelanzeigen zusammenschließen. Nachdem zehn Personen den Verlust ihrer Katze in den vergangenen Wochen beklagen, soll dies jetzt geschehen.

Die Stadt teilte derweil mit, dass es kaum möglich sei, Haussammlungen, die keiner städtischen Erlaubnis bedürften, zu unterbinden.