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Kölnische Rundschau | Jahresrückblick 2015: Diese Themen haben die Menschen im Rhein-Erft-Kreis 2015 bewegt
28. December 2015
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Jahresrückblick 2015: Diese Themen haben die Menschen im Rhein-Erft-Kreis 2015 bewegt

Oskar Keymer aus Kerpen ist der Held des neuen Kinofilms „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, die von Anja Kling gespielt wird.

Oskar Keymer aus Kerpen ist der Held des neuen Kinofilms „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, die von Anja Kling gespielt wird.

Foto:

Sony Pictures Releasing GmbH

Er hat noch nie Schauspielunterricht genommen und schlägt sich doch wie ein Profi an der Seite von Anja Kling, Cindy aus Marzahn oder Bülent Ceylan. Auch in einem Werbespot mit Fußballer Marco Reus ließ sich Oskar Keymer nicht die Show stehlen. Der Zwölfjährige aus Kerpen ist der Star des Kinofilms „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ und lässt es darin ordentlich krachen. Seine erste Rolle hatte er in der Evangelischen Grundschule in Kerpen bei einem Zirkusprojekt. Dort spielte er den Clown. „Das fand ich so cool, dass ich meinen Papa gefragt habe, ob ich nicht öfter auftreten könnte“, erzählte Oskar. Da sein Vater Peter Keymer als Komparse während des Studiums gejobbt hatte (unter anderem trat er im Tatort und im „Fahnder“ auf) war der Kontakt zu einer Schauspielagentur schnell geknüpft. Seit zweieinhalb Jahren steht Oskar Keymer vor der Kamera. Ewig will er die Schauspielerei aber nicht machen. Sein größter Wunsch ist, Pilot zu werden.

Dramatische Sturzgeburt auf der Treppe

Es war eine filmreife Leistung, die Martin Pankok und seine Frau Yvonne aus Frechen hinlegten. Für beide waren es wohl die dramatischsten Minuten ihres Lebens. Sie schauten gerade im Fernsehen ihren Lieblingskrimi, als bei der 39-Jährigen die Wehen einsetzen. Zunächst sah es nach einem Fehlalarm aus, doch dann ging alles sehr schnell.
Martin Pankok rief seine Mutter an, sie solle kommen und auf den dreijährigen Sohn Felix aufpassen, während er mit seiner Frau ins Krankenhaus fahren wollte. Doch dann rief seine Frau schon auf der Treppe: „Es geht nicht mehr.“ Sie krallte sich am Treppengeländer fest, während der Diplom-Kaufmann und die Speditionskauffrau versuchten, sich an das zu erinnern, was sie zuvor im Internet über Sturzgeburten gelesen hatten. Wichtigster Hinweis: „Das Baby nur nicht auf den Kopf fallen lassen.“ Yvonne Pankok hatte es noch bis zum Fuß der Treppe geschafft, als drei heftige Presswehen sie durchzuckten. „Er kommt, du musst ihn auffangen“, wies sie ihren Mann an. Martin Pankok formte seine Hände zu einem Trichter, ihm schoss das Fruchtwasser in die Hände, dann sah er den Kopf seinen Sohnes. „Hol ihn raus“, rief seine Frau.
Martin Pankok tat, was sie sagte. Er handelte automatisch. „Ich hatte einen Tunnelblick und funktionierte unter einem Adrenalinstoß.“
Als der Notarzt eintraf, lag das Baby Henri kerngesund und schreiend in den Armen der glücklichen Mutter. Für beide Eltern war es ein unvergessliches Erlebnis. Auch bei der Geburt des ersten Sohnes war Martin Pankok dabei, damals aber stand er neben dem Kopf seiner Frau und konnte nicht viel sehen.
Von den Ärzten erhielt Martin Pankok später ein dickes Lob für die Riesenleistung, die er vollbrachte, obwohl er eigentlich kein Blut sehen kann.

Gäste mit Kran in Sicherheit gebracht

Ausgerechnet an Ostern fiel im Brühler Phantasialand dreimal der Strom aus. Das erste Mal am Ostersonntag, dann zweimal kurz hintereinander an Ostermontag, als der Park rappelvoll war. Die Fahrgeschäfte blieben stehen, die Gäste mussten zum Teil mit einem Kran in Sicherheit gebracht oder über Sicherheitstreppen, die entlang der Achterbahn verlaufen, hinunter geleitet werden.
Es habe alles reibungslos funktioniert, sagte das Phantasialand. Bei der Evakuierung sei niemand verletzt worden, alle Besucher hätten heil wieder sicheren Boden erreicht, auch dank des Einsatzes des umsichtigen Personals.
Ein paar verärgerte Besucher gab es allerdings auch, die ihr Eintrittsgeld zurückverlangten. Der Vergnügungspark verteilte Ersatzkarten.
Als Ursache für den Stromausfall wurde ein Defekt in einer Sicherung ausgemacht, was am Ende zu einer Überlastung des Stromnetzes geführt hatte.

Eine verhängnisvolle Fuchsjagd, eine romantische Hochzeit und ein schlauer Schüler - lesen Sie auf der nächsten Seite, was sich im Rhein-Erft-Kreis noch ereignet hat.

Mutmach-Hymne

Auch ein Jahr nach dem tragischen Ski-Unfall bewegte die Fans das Schicksal von Michael Schumacher. Anlässlich des 46. Geburtstages des Formel-1-Weltmeisters am 3. Januar saßen 40 Anhänger um den Fanclub-Vorsitzenden Reiner Ferling in Kerpen zusammen und feierten Schumis Geburtstag – verbunden mit den besten Genesungswünschen. Eine Mutmach-Hymne wurde komponiert: „Born to fight“ – geboren, um zu kämpfen. Schumacher kämpfe seinen härtesten Kampf, sagen die Fans.

Fuchs gejagt

Sein Jagdtrieb wäre Terrier Bandit beinahe zum Verhängnis geworden. Bei einem Spaziergang durch Bergheim-Glessen witterte der Hund plötzlich einen Fuchs. Dieser verschwand in einem Loch, das sich als Endstück eines Drainagerohres entpuppte. Sechs Meter tief gruben sich die Tiere in das Rohr, bis es zu eng wurde und es für beide nicht mehr weiterging. Die Feuerwehr musste den Hund befreien. Der Fuchs entwischte. Bandit kam mit einer blutigen Nase, einem bissigen Gruß vom Fuchs, davon.

Sternenjäger

48 Nächte schlug sich der 18 Jahre alte Constantin Zborowska um die Ohren, um die Sterne zu fotografieren. Anschließend wandelte der Kerpener Gesamtschüler die Fotos in grafische Spektren um und leitete daraus die Temperatur der Sterne ab. Ein Unterfangen, das ihm im April den ersten Platz beim Landeswettbewerb Jugend forscht einbrachte und im Juni den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb. Als Krönung durfte er nach Stockholm reisen und der Verleihung des Nobelpreises beiwohnen.

Segelbesessen

Wenn der Wind weht und die Wellen schlagen, fühlt sich Lina Rixgens in ihrem Element. Die junge Medizinstudentin aus Erftstadt hat sich viel vorgenommen. Im November 2017 will sie als erste deutsche Seglerin den Atlantik in einem 6,50 Meter langen Segelboot überqueren – allein und ohne Kommunikationsmittel an Bord. Im Sommer startete sie zu einer Qualifikationsregatta durch den Ärmelkanal, wobei sie allerdings Pech hatte. Ein Ruder brach. Sie und ihr Partner Dominik Lenk schieden aus.

„Paul Schmitz“

Die einen nannten ihn Paul, die anderen Herr Schmitz. Bei seinem Besitzer Martin Füngeling (r.) aus Hürth war der Schrecken jedenfalls groß, als Pfau Paul verschwunden war. Er war mit seinem Bruder Leo einfach ausgebüxt. Doch während Leo Tage später einfangen werden konnte, blieb Paul verschollen. Bis seine Entdecker sich 14 Monate später an die Zeitung wandten und vom Verbleib von „Herrn Schmitz“ berichteten. Seither sind die Pfaue Leo und Paul wieder glücklich vereint.

Hochzeit

Auf den Tag genau elf Jahre nach dem Kennenlernen gaben sich der Erste Erftstädter Beigeordnete David Lüngen (35) und sein Partner Thomas Kufen (42) im Dezember das Jawort. Kufen war vor kurzem zum Oberbürgermeister von Essen gewählt worden. Die Erftstädter Verwaltung gratulierten den Verwaltungsbeamten mit einem kleinen Präsent. Lüngen wohnt in Liblar und will dort seinen Hauptwohnsitz behalten. Beide haben aber auch einen gemeinsamen Haushalt. (lm)

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