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Kriegsopfer in Wesseling: Fatima erlitt in Afghanistan Verbrennungen – Ärzte helfen

Dirk R. Richter, Chefarzt der Plastischen Chirurgie, und Oberärztin Nina Schwaiger, operieren schon seit mehreren Jahren verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. Vergangenes Jahr waren es Shabona und Fahima aus Afghanistan.

Dirk R. Richter, Chefarzt der Plastischen Chirurgie, und Oberärztin Nina Schwaiger, operieren schon seit mehreren Jahren verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. Vergangenes Jahr waren es Shabona und Fahima aus Afghanistan.

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Karin Engels

Wesseling -

Die elf Jahre alte Fatima kann die Augen und den Mund nicht mehr richtig schließen, ihre Unterarme sind amputiert. Das Mädchen ist ein Opfer des Krieges in Afghanistan. Durch schwere Verbrennungen sind ihr Gesicht und ihr Rücken stark vernarbt, zudem leidet sie unter schweren Versteifungen in den Achselhöhlen.

Trotz mehrfacher Operationen in ihrem Heimatland hat sich der Zustand des Mädchens nicht verbessert. Sie ist ständig auf fremde Hilfe angewiesen, insbesondere beim Essen und Trinken sowie bei der Körperhygiene. Auch Fatimas Psyche litt, sie hat hatte keinen Lebensmut. Das Friedensdorf International hat das Mädchen nach Deutschland geholt, um sie am Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling behandeln zu lassen. Dr. Dirk F. Richter, Chefarzt der Plastischen Chirurgie, nahm zusammen mit der Oberärztin Dr. Nina Schwaiger mehrere schwierige Operationen vor. Dem sehr zurückhaltenden Mädchen sollte ein selbstständigeres Leben ohne Schmerzen ermöglicht werden. So sollte es aus seiner Isolation herausgeholt werden.

Erste Aufgabe war, die starken Vernarbungen aufzulösen, damit das Gewebe wieder weich und beweglich wird. Dazu musste großflächig Gewebe verpflanzt werden. In Fatimas Fall wurde sogar eine Expanderimplantation nötig, bei der ein Ballon unter die Haut gesetzt wird, um damit das Gewebe zu dehnen. „Die ersten Operationen sind sehr gut verlaufen. Das bemerken wir auch an Fatima. Das sehr liebe und schüchterne Mädchen taut langsam auf, versteht und spricht auch schon etwas Deutsch. Den Kindern das Strahlen wiederzugeben ist unser größter Lohn“, sagt Operateurin Nina Schwaiger.

Seit vielen Jahren nimmt sich Dirk F. Richter, Chefarzt der Plastischen Chirurgie, gemeinsam mit seinem Team der Behandlung schwer verletzter Kinder aus Krisengebieten an. Besonders nach schweren Verletzungen mit schmerzhaften Vernarbungen wird den Kindern geholfen. Die Kosten für die Operationen werden vom Dreifaltigkeits-Krankenhaus getragen. Richter und sein Ärzteteam verzichten zudem auf ihr Honorar. „Wir sehen es gerade angesichts unserer christlichen Tradition als selbstverständlich an, mit unserem Know-how zu helfen“, sagt Alexandra Krause, Kaufmännische Direktorin des Krankenhauses. Die Unterbringung und Versorgung vor und nach dem Krankenhausaufenthalt übernimmt das Friedensdorf International in Oberhausen gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern. In den vergangenen sieben Jahren hat Richter mit seinem Team 16 Kinder operiert.

Viele hatten zuvor ein von Schmerzen geprägtes Leben, konnten nicht mehr richtig laufen oder ihre Hände nicht bewegen. Durch die Operationen wurden Narbenverwachsungen gelöst, Hände rekonstruiert und Gewebeverpflanzungen vorgenommen. Voraussetzung ist eine Ausstattung des OP auf höchstem technischen Niveau. Mit Operationsmikroskop, Lupenbrillen und feinsten mikrochirurgischen Instrumenten gilt es, beispielsweise bei der Verpflanzung, ein bis zwei Millimeter dünne Blutgefäße miteinander zu verbinden – und das mit hauchdünnen Fäden.

Spenden für die Operationen der Kinder nimmt der Förderverein des Wesselinger Krankenhauses entgegen, Geschäftsstelle Krankenhausförderverein, Klobotzstraße 22, Wesseling, 02236/89950.


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