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Liebe: Jecker Bauer aus Pulheim hat Frau gefunden

Auf mehr als 2000 Meter Höhe gaben sich die begeisterten Allgäu-Urlauber Iris Lindenberg und Alexander Meyer das Jawort.

Auf mehr als 2000 Meter Höhe gaben sich die begeisterten Allgäu-Urlauber Iris Lindenberg und Alexander Meyer das Jawort.

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privat

Pulheim -

Es ist so eine Sache mit der lieben Computertechnik. Immer wieder spielt sie den Nutzern einen Streich. So haben ganz profane technische Probleme beim Weiterleiten von Fotos per E-Mail dazu geführt, dass Diethelm Schulze-Wiehenbrauck, Ex-Prinz der Ahl Häre, die frohe Kunde erst jetzt verkünden kann.

Pünktlich zum Valentinstag, dem Tag der Liebenden. Bauer Alexander Meyer, der in der Session 2007/2008 mit besagtem Prinzen und Jungfrau Gundula (Günter Reichel) für Stimmung sorgte, ist unter der Haube. „Ich habe mein Glück gefunden“, sagt der 44-Jährige.

Offerte auf Visitenkarten

Der echt überraschende Freundschaftsdienst, den der damalige Prinzenführer Michael Dorn der Deftigkeit erwiesen hat, war ein Erfolg: Auf dem Nebelhorn, dem Hausberg des beschaulichen Ortes Oberstdorf im Allgäu, gaben sich Alexander Meyer und Iris Lindenberg am 18. September 2015 das Jawort. „Es war eine Traumhochzeit, das ist unser bislang schönster gemeinsamer Tag“, schwärmt die gebürtige Kölnerin.

Mit einer pfiffigen Idee fing alles an: In der Weihnachtspause 2007 kreierte Prinzenführer Dorn 250 mit Rosenblättern und dem Sprüchlein „Liebes Girl, meld’ dich bei ...“ geschmückte Visitenkarten. Die werbenden Papierchen ließ er bei jedem Auftritt des Trifoliums kursieren.

Auf dass die Worte auch ihr Ziel erreichen, hatte der Prinzenführer ganz flugs die E-Mail-Adresse „pulheimer-bauer-2008@freenet“ konzipiert. Durch den „Express“ erfuhr auch Iris Lindenberg von der Aktion. „Ich habe gleich dem Prinzenführer geschrieben, dass ich die Aktion toll finde und viel Glück wünsche.“ Auch bei Alexander Meyer meldeten sich „ein paar Mädchen, auch die Iris“, er habe per Mail geantwortet, Treffen hätten sich nicht ergeben, ergänzt der Pulheimer. Bei Iris Meyer-Lindenberg klingt das so: „Die förmliche Antwort, die ich nach Karneval von ihm bekommen habe, war okay für mich.“ Aber „von Haus aus neugierig“, habe sie ihm ein paar Wochen später noch einmal geschrieben und nachgefragt, ob er ein nettes Mädchen kennengelernt habe. Die sinngemäße Antwort „Nein, Frauen sind so kompliziert“ wollte Iris Lindenberg so nun doch nicht stehen lassen. „Ich schrieb zurück, dass auch Männer kompliziert sein könnten.“ Das war’s – für’s Erste. Denn irgendwann war die Neugierde, „wie der Typ wohl aussieht“ so groß, dass sie „mal spinksen „ gegangen sei. Durchs Schaufenster des Souvenirladens, den Alexander Meyers Eltern nahe dem Kölner Gürzenich hatten, habe sie geschaut. „Reinzugehen habe ich mich nicht getraut.“ Eine Woche später wagte sie einen zweiten Anlauf. Sie ging in den Laden, doch „die Iris aus der Mail“ erkannte Alexander Meyer nicht.

Freundin von Marita Köllner

Das wollte Iris Lindenberg nicht auf sich sitzen lassen. Es habe sie so gefuchst, „dass er nicht wusste, wer ich war“, darum sei sie noch einmal hingefahren. „Drei Stunden haben wir uns unterhalten über den FC, den Karneval und Marita Köllner“, ihre beste Schulfreundin. Kurze Zeit später waren die beiden mit Freunden zum Essen verabredet. Plötzlich seien alle verschwunden, „wir beide waren allein“, in ihrer Stammkneipe am Barbarossaplatz hätten sie dann noch stundenlang gequatscht. „Da hat es schon geflimmert in meinem Bauch.“ Kurz danach, nach ihrem Allgäu-Urlaub, hätten sie sich „Knall auf Fall verliebt“.

Im Herbst habe sie dann auch ihrer guten Freundin Marita Köllner von dem netten Mann erzählt, den sie kennengelernt habe. Als sie den Namen nannte, war die Kölner Karnevalsgröße ganz baff. „Sie rief, »nä, mein Alex«“. Dass Marita Köllner das Dreigestirn vor dem Rosenmontagszug 2008 an der Severinstorburg interviewt und in einer Fernsehsendung auf die Aktion aufmerksam hatte, war Iris Lindenberg zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Beim ersten Nach-Sessions-Treffen des Trifoliums und der Mannschaft am 24. November, dem Tag der Proklamation, sei sie schon dabei gewesen. „Als seine Freundin, ich hatte Muffen.“ Von da an ging es schnell: „Nach einem halben Jahr bin ich zu ihm nach Pulheim gezogen, es stimmte einfach alles.“

Acht Jahre sind die beiden jetzt zusammen, „Ich hätte nie gedacht, dass es so schön wird“, schwärmt Iris Lindenberg. Sie sei ein Volltreffer, ergänzt ihr Mann.