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Migration: Erftstadt schafft mehr Wohnraum für Flüchtlinge

Quer durch die seit Jahrzehnten bestehende Flüchtlingsanlage an der Radmacherstraße am Blessemer Ortsrand werden die neuen Versorgungsleitungen für die neuen Wohncontainer verlegt.

Quer durch die seit Jahrzehnten bestehende Flüchtlingsanlage an der Radmacherstraße am Blessemer Ortsrand werden die neuen Versorgungsleitungen für die neuen Wohncontainer verlegt.

Foto:

Komuth

Erftstadt-Blessem -

In vollem Gange sind die Arbeiten zur Erweiterung der Wohnanlage für Flüchtlinge an der Radmacherstraße in Blessem. Derzeit werden neue Versorgungsleitungen verlegt und nächste Woche vier Container auf einem Grundstück hinter der bestehenden Anlage aufgestellt. Rund 50 zusätzliche Asylbewerber sollen in den neuen Fertigbauten untergebracht werden.

Die Kosten für die Neubauten belaufen sich laut Stadtverwaltung auf 750.000 Euro. Das im vorderen Bereich der Anlage wegen eines technischen Defektes abgebrannte Haus wird ersetzt. Dort soll unter anderem ein Raum zur Verfügung stehen, der für verschiedene Zwecke wie Kinderbetreuung, Schulungen oder Versammlungen nutzbar ist. „Nach wie vor ist die Herausforderung für die Stadtverwaltung groß, alle zugewiesenen Asylbewerber angemessen und menschenwürdig mit Wohnraum zu versorgen“, erklärt Bürgermeister Volker Erner.

Anmietung von Wohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt

Dies gelte insbesondere bis zur Fertigstellung der neuen Wohneinheiten sowohl in Blessem als auch in Lechenich. Am Brabanter Weg sollen rund 100 zusätzliche Migranten wohnen. Bis zur Realisierung der Erweiterungen in Blessem und Liblar gelte ein besonderes Augenmerk der Anmietung von Wohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt, aber auch auf den Bau von Sozialwohnungen, betont Erner. In Erftstadt leben derzeit 729 Flüchtlinge, davon 523 in Übergangsheimen und 206 in angemieteten Wohnungen. Neben dem Wohnraummangel gebe es noch ein weiteres Problem, so Erner. Denn 295 der nach Erftstadt zugewiesenen Flüchtlinge seien vom Bundesamt für Migration noch gar nicht registriert.

Die Menschen hätten daher auch noch keinen Asylantrag gestellt. Erftstadt ohne eigene Ausländerbehörde könne die Anträge nicht bearbeiten, wies Erner in einem Schreiben an Bundesamtschef Dr. Frank-Jürgen Weise hin. Er solle mitteilen, welchen Verfahrensweg die Flüchtlinge in Erftstadt denn nun beschreiten sollten. Für Erftstadt sei die Außenstelle des Bundesamtes in Dortmund zuständig. Zu prüfen sei, ob Mitarbeiter des Bundesamtes zu vereinbarten Terminen nach Erftstadt oder zur Kreisverwaltung nach Bergheim kommen könnten.


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