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Massive Baumängel: Nur vier von 20 Hallen in Bergheim freigegeben

Die Deckenkonstruktion vieler Turnhallen ist mangelhaft. Diese Halle in Zieverich ist nur noch eingeschränkt nutzbar.

Die Deckenkonstruktion vieler Turnhallen ist mangelhaft. Diese Halle in Zieverich ist nur noch eingeschränkt nutzbar.

Foto:

Vlaminck

Bergheim-Kenten -

Vor Karneval gab es für viele Schulen und Vereine in Bergheim eine böse Überraschung: Die Stadt ließ die Sporthallen sperren oder schränkte ihre Nutzung ein – Grund sind Baumängel an den sogenannten Akustikschalen, die nicht mit den tragenden Wänden verbunden sind und einstürzen könnten. Nur vier von 20 Hallen können noch ohne Einschränkung genutzt werden.

Für die Carl-Sonnenschein-Schule in Kenten stellte sich damit ein besonderes Problem. „Wir hatten nicht nur die Schwierigkeit, dass der Sportunterricht vorerst nicht mehr wie gewohnter stattfinden kann, sondern auch die Aufführung des Clowns Francesco am Karnevalsdienstag, der wie alle vier Jahre ein tolles Programm für die Kinder vorbereitet hatte, drohte auszufallen“, sagt Schulleiterin Petra Arndt.

Clown gastierte in der Kirche

Da die Schule keine Aula hat, finden solche Veranstaltungen üblicherweise in der Turnhalle statt. „Und so waren die Kinder gleich in großer Sorge, dass der Clown nun nicht auftreten könne“, sagt Petra Arndt. „Daher waren wir sehr bemüht, einen geeigneten und kostenlosen Raum zu finden.“

Viele Telefonate wurden geführt, eine Lösung jedoch nicht gefunden. Bis Religionslehrerin Marlene Kluthe die rettende Idee hatte: Sie fragte Diakon Bernd Tatzel, ob die Aufführung des Clowns nicht in der Kirche möglich sei. „Für den Diakon war das selbstverständlich“, sagt Petra Arndt. Und so kam es zu einem ungewöhnlichen Clown-Auftritt vor dem Altar in der Hubertuskirche in Kenten.

Der Rhein-Erft-Kreis als Bauaufsicht lässt unterdessen prüfen, ob auch bei den Turnhallen in anderen Kommunen Handlungsbedarf besteht. „Wir untersuchen das“, sagt Sprecher Stefan Grimm.