Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt
Kölnische Rundschau | Phantasialand-Erweiterung: Angler wollen sich wehren
17. December 2012
http://www.rundschau-online.de/5923076
©

Phantasialand-Erweiterung: Angler wollen sich wehren

Brühl -

Widerstand gegen den Verkauf von Staatswald für eine Erweiterung des Phantasialands kündigen die Mitglieder des Angelvereins „Ententeich“ an, die an dem im Erweiterungsgebiet im Westen liegenden gleichnamigen Teich ihren Sport ausüben. „Wir werden uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für den Erhalt des Naturschutzgebiets Ententeich einsetzen und sind bereits in Gesprächen mit anderen Initiativen“, teilt der zweite Vorsitzende Ingo Löhrer mit.

„Niemals hätten wir es für möglich gehalten, dass in der heutigen Zeit ein Naturschutzgebiet für die Expansion eines privaten Unternehmens aufgegeben werden könnte“, schreibt Löhrer. Die Politik müsse sich die Frage gefallen lassen, ob das Wort „Umweltschutz“ nicht nur eine Worthülse im politischen Vokabular darstelle. Die zahlreichen kritischen Stellungnahmen zur Phantasialand-Erweiterung hätten gezeigt, dass die die Bürger den Schutz von Natur und Umwelt sehr ernst nehmen würden. „Der Naturschutz nimmt seit unserer Gründung im Jahr 1977 eine zentrale Stellung in unserer Vereinsphilosophie ein und umfasst Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung eines artenreichen Biotops, das überdies der Naherholung und dem Naturerlebnis dient“, betont Löhrer. Es könne nicht angehen, dass Staatswald den privatwirtschaftlichen Zwecken eines Vergnügungsparks geopfert werden solle. Das Gutachten der Fachhochschule Bad Honnef belege mit keiner Zeile die Notwendigkeit einer Erweiterung. Das Landesforstgesetz NRW stelle aber in besonderem Maße das Allgemeinwohl des Waldes für die Bürger in den Vordergrund.

„Als CDU und FDP im Landtag 2009 den Verkauf von fast 3000 Hektar Staatswald beschlossen – wobei dieser aber erhalten bleiben sollte – übten die Grünen und die SPD heftige Kritik“, erklärt der zweite Vorsitzende. Wenn es nun zu dem Verkauf von Staatswald komme, werde ein Präzedenzfall geschaffen, und SPD und in besonderem Maße die Grünen hätten ein großes Glaubwürdigkeitsproblem. „Wir Bürger sind als Wähler die Gestalter unserer Gesellschaft, und in unserer repräsentativen Demokratie erhalten die Parteien von uns ihren politischen Auftrag. „Wie kommt es, dass wir Bürger zunehmend den Eindruck gewinnen, Natur- und Umweltschutz, aber auch der Schutz der Fläche seien nur Makulatur“, fragt Löhrer.

Nachdem der Regionalrat Köln der Änderung des Regionalplans am Freitag zugestimmt hat, kann nun die Landesplanungsbehörde innerhalb von höchstens drei Monaten Einwände dagegen erheben. Die Frist muss aber nicht ausgeschöpft werden. „Die beteiligten Ressorts können auch früher Einvernehmen herstellen“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Rudolf Schumacher.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?