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Porträt aus Frechen: Frechener Fotograf gewinnt internationalen Preis

Der Wind blies kräftig in der Wüste bei Las Vegas, wo Manuel Thomé dieses Bild gelang.

Der Wind blies kräftig in der Wüste bei Las Vegas, wo Manuel Thomé dieses Bild gelang.

Foto:

Thomé (3),Roth

Frechen -

Er bewies ein glückliches Händchen in Las Vegas. Allerdings nicht am Roulettetisch, sondern in der Wüste. Als der Frechener Fotograf Manuel Thomé im März dieses Jahres dort die weltgrößte Messe für Porträt- und Hochzeitfotografen (WPPI) besuchte, organisierte er auch ein Fotoshooting in einer Salzwüste in der Nähe der Stadt der Casinos. „Ich wollte unbedingt in einer ausgetrockneten Salzwüste fotografieren wegen der Strukturen auf dem Boden und der Weite der Landschaft“, sagt Thomé.

In Internetforen holte sich der 39-Jährige Tipps, wo er eine solche Wüste finden könnte. Rund 30 Kilometer außerhalb der Stadt fand er eine Stelle, einen Tag vor dem geplanten Shooting. Glücklicherweise hatte er schon am Abend zuvor zufälligerweise eine Fashionfotografin aus New York getroffen, die ihm ein besonderes Outfit für sein Model auslieh – eine Robe aus meterlangem pinkfarbenen Fallschirmstoff, der sich im Wind aufspannte.

Niedrige Temperaturen

Doch in der Wüste war es extrem windig, weil der Wind in der ebenen Fläche durch keine natürlichen Hindernisse abgehalten wurde. „Es war so stürmisch, dass es für das Model gar nicht so einfach war, stehen zu bleiben. Sie musste sich gegen den Wind stemmen und wäre fast umgeweht worden“, erzählt Thomé. Auch sonst waren die Bedingungen nicht gerade leicht. Es herrschten nur zwölf Grad. So hatte er immer nur ein Zeitfenster von rund zehn Minuten, um Fotos zu machen. Dann musste sich das Model wieder im Auto aufwärmen. Innerhalb von zwei Stunden entstanden so 500 Aufnahmen, von denen er für die „Sedcard“ des Models die fünf besten auswählte , also für die Bewerbungsunterlagen, mit der sie sich bei Modeagenturen bewerben kann.

Auch bei seinem Las Vegas Aufenthalt vor fünf Jahren spielte Glück eine Rolle: In den Red Rock Canyons kletterten die Temperaturen sogar nur auf drei Grad über Null, als er ein Model dort fotografierte. „Die Arme tat mir leid, weil sie so eine Gänsehaut hatte“, so Thomé. Er konnte immer nur zwei Minuten fotografieren. „Auch mir sind die Hände eingefroren.“ Doch er schoss ein gutes Foto, und nur fünf Minuten später zog ein Schneesturm über sie hinweg.

Manuel Thomé versucht mindestens einmal im Jahr, in andere Länder oder Städte zu reisen, um Bilder zu machen – etwa nach Cannes, Prag oder auch zum Lake Glendalough in Irland. „Da kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen, das hilft mir auch in meiner sonstigen Arbeit“, sagt Thomé, der neben Mode- und Werbeaufnahmen auch Unternehmensporträts und Hochzeitsfotografie in seinem Portfolio hat. Seine Leidenschaft für das Fotografieren liegt in der Familie. Schon sein Großvater und sein Vater hatten immer eine Kamera dabei, fotografierten allerdings nur als Hobby: „Ich bin mit Fotografie großgeworden“, erzählt er. Gerade weil es ihm selbst immer unangenehm war, fotografiert zu werden, könne er sich heute gut in seine Kunden hineinversetzen. Thomé selbst absolvierte eine klassische Ausbildung zum Fotografen und hat sein eigenes Atelier im Stadtteil Grube Carl mit Blick auf die alte Brikettfabrik.

Nun ist er mit einem internationalen Preis ausgezeichnet worden, um den sich rund 30 000 Fotografen beworben haben. Bei den englischen Master Photography Awards (MPA) hat er in der Kategorie „Beauty & Fashion“ mit einem Porträt gewonnen. Zusätzlich ist er zum „Overseas Commercial & Creative Photographer of the Year 2015/16“ gekürt worden.
www.manuelthome.de