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Proklamation in Frechen: Bürgermeisterin und Dreigestirn feiern Proklamationspremiere

Beim Einmarsch in den Saal tanzte Prinz Jupp I. durch die Reihen, auf der Bühne schunkelte er und jubelte seinen Untertanen zu.

Beim Einmarsch in den Saal tanzte Prinz Jupp I. durch die Reihen, auf der Bühne schunkelte er und jubelte seinen Untertanen zu.

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Thiemann

Frechen -

Bürgermeisterin Susanne Stupp zeigte Nerven und leicht zittrige Hände, als sie zur Proklamation von Prinz Jupp I. (Schnorrenberg) auf der Bühne stand. „Hier im Stadtsaal sitzen gefühlte 2,5 Millionen Menschen und fragen sich „Kann dat dat dann?“. Doch die Zuschauer merkten sehr schnell: Sie kann. Dass die Rathaus-Chefin Lampenfieber verspürte, war kein Wunder. Schließlich feierte sie als Akteurin einer Proklamation Premiere – genauso wie der Herrscher in spe, der die erste Tollität der von ihm 2008 gegründeten KG 333 stellt. Nachdem Susanne Stupp Nachhilfe in puncto Proklamation von einem erfahrenen Karnevalisten erhalten hatte, wusste sie, dass es ihre Aufgabe war, dem Prinzen Glück zu bringen.

Centstücke als Glücksbringer

Dafür hatte sie als Mitglied des Harlekin-Ensembles in die Trickkiste der Schauspieler gegriffen: Sie verteilte Centstücke an die Hauptbeteiligten und riet ihnen: „Dreimal auf die Münze spucken und dann über die linke Schulter werfen.“ Dass dieser Kniff nicht nur bei den Aktiven auf der Bühne gut ankam, sondern auch im Publikum, bewies der lang anhaltende Beifall aus dem Forum. Und auch Jupp I. war angetan von so viel Amtshilfe. In einen Glückspilz hatte er sich allerdings schon im Sommer 2015 verwandelt, als er vom Festkomitee die Zusage für die Prinzenrolle bekam. Sehr überrascht war er nicht, dass sich sein Traum so bald erfüllen sollte: „Ich hatte damit gerechnet.“ Bereits Anfang letzten Jahres hatte er sich beworben. Für ihn war der Wunsch immer latent vorhanden, nach 35 Jahren Karnevalserfahrung in den Reihen der Stadtgarde, von Blau-Gold Bachem, der Prinzengarde und jetzt der KG 333 das Zepter einmal selbst in die Hand nehmen zu wollen. Ralf Inden, Präsident des Festkomitees, erinnerte sich: „Ich weiß noch, wie wir bei mir auf der Terrasse saßen und du mir eine ganze Reihe von Vorschlägen für deine künftige Amtszeit präsentiert hast.“

Rückhalt der Familie

In seiner Begrüßung sagte der neue Herrscher, auch an die Bürgermeisterin gewandt: „Ich bin stolz, für dich und alle anderen den Prinzen geben zu dürfen.“ In seine neue Rolle fand er sich mühelos ein: Beim Einmarsch in den Saal tanzte er durch die Reihen, auf der Bühne schunkelte er und jubelte seinen Untertanen zu. Und mit Ex-Prinz Joachim I. (Zimmer) stimmte er kölsche Lieder an.

Josef (Jupp) Schnorrenberg wurde 1964 in Frechen geboren und arbeitet im Außendienst der Baubranche. Seine Hobbys sind der Karneval und Fußball. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. „Die Familie steht voll hinter mir, sonst hätte ich mich nicht für das Amt beworben“, erklärte er. Begleitet wird er in der Session von Prinzenführer Fredi Bollfraz, Adjutant Wolfgang Pilewski und Fahrer Sascha Raffel.