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Kölnische Rundschau | Übergangsheim an der Nußallee: Kreisgesundheitsamt bemängelt Zustände in den Baracken
06. January 2016
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Übergangsheim an der Nußallee: Kreisgesundheitsamt bemängelt Zustände in den Baracken

Übergangsheim an der Nußbaumallee in Elsdorf.

Übergangsheim an der Nußbaumallee in Elsdorf.

Foto:

Fratz

Elsdorf -

Es ist schmutzig im maroden Übergangsheim an der Nußallee. Die Stadt hatte sich deshalb schon vor der großen Flüchtlingswelle für einen Neubau entschieden. Jetzt hat auch das Kreisgesundheitsamt die Zustände in den Baracken bemängelt.

Nach einem Ortstermin mit Vertretern der Kreisbehörde ist bei der Stadtverwaltung ein Brief eingegangen, in dem sie aufgefordert wird, bis zum Ende dieses Monats ein Hygiene- und Desinfektionskonzept zu entwickeln, um die Missstände abzustellen. Die Stadtverwaltung sieht nicht nur in der maroden Bausubstanz, die die Bewohner nicht eben zum pfleglichen Umgang mit den Räumlichkeiten einlädt, einen Grund für den verschmutzten Zustand von Sanitär- und Küchenräumen.

Zeitplan eingehalten

Sie würden von allen Bewohnern genutzt, weshalb die Verursacher trotz regelmäßiger Besuche durch städtische Hausmeister nicht festzustellen seien, heißt es aus der Verwaltung. In den Baracken leben zurzeit ausschließlich Männer, sowohl Asylbewerber als auch einheimische Obdachlose, „die es nicht so genau nehmen“, wie Manfred Hamacher vom Sozialamt erläutert. Im neuen Haus wird jedes Wohnmodul über eigene Sanitär- und Küchenräume verfügen. Der Bau – zurzeit wird verputzt und Leitungen werden gelegt – liege, auch dank des günstigen Wetters, im Plan. Die Fertigstellung sei für März vorgesehen, sagt Klaus Blum vom Bauamt. Dann könne das alte Gebäude geräumt und eventuell nicht wie ursprünglich vorgesehen abgerissen, sondern mit geringem Aufwand renoviert und grundgereinigt werden. Darüber soll der Bauausschuss noch in diesem Monat befinden. Denn die Stadt braucht dringend Raum für weitere Flüchtlinge. Für heute sind weitere sieben Asylsuchende angekündigt worden. „Wir haben kurzfristig eine Wohnung aufgetrieben, die zurzeit beziehbar gemacht wird. Aber es wird immer schwieriger, geeignete und bezahlbare Immobilien zu finden“, sagt Bürgermeister Andreas Heller. Wenn der Zustrom in der Größenordnung anhalte, werde man wohl zugewiesene Asylbewerber bald zusammen mit den Erstaufnahmeflüchtlingen in der Dreifachturnhalle unterbringen müssen. „Besonders für Elsdorf als kleine Flächenkommune stellt es ein großes Problem dar, die Leute unterzubringen“, sagt Heller. Dennoch wolle man „alle Anstrengungen unternehmen, keine weitere Turnhalle belegen zu müssen“.

Zurzeit leben in der Stadt mehr als 300 Asylbewerber und 100 Menschen in Erstaufnahme. Elsdorf hat gut 21 000 Einwohner.