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Unfallstatistik im Rhein-Erft-Kreis: Mehr Unfälle, weniger Verletzte

Einer der schlimmsten Unfälle ereignete sich im November auf der B 477 in Kerpen. Ein 18-Jähriger kam ums Leben.

Einer der schlimmsten Unfälle ereignete sich im November auf der B 477 in Kerpen. Ein 18-Jähriger kam ums Leben.

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Beißel

Rhein-Erft-Kreis -

Die Bilanz der Polizei fällt durchwachsen aus: 12 369 Verkehrsunfälle hat es 2015 im Rhein-Erft-Kreis gegeben, 347 mehr als im Jahr zuvor. Gesunken ist hingegen die Zahl der Unfallopfer: 1583 Menschen verunglückten, 86 weniger als im Jahr 2014. Auch die Zahl der Verkehrstoten ist gesunken: Sechs Menschen kamen im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben, ein Jahr zuvor waren es neun. 213 Verkehrsteilnehmer wurden schwer verletzt, das ist eine leichte Steigerung um sieben.

Die aktuellen Zahlen der Verkehrsunfallstatistik präsentierte die Polizei jetzt während einer Pressekonferenz. Wie es dabei hieß, gab es die meisten Unfallopfer in der größten Stadt des Rhein-Erft-Kreises, in Kerpen. Hier verunglückten 238 Menschen. In Hürth waren es 234, in Frechen 202 und in Pulheim 177. In fünf von zehn Kommunen gab es weniger Verunglückte als im Vorjahr. Gestiegen ist die Zahl der Unfallopfer in Elsdorf, Wesseling und Pulheim.

Besonders alarmierend: Jeder zweite Unfallbeteiligte im Rhein-Erft-Kreis war Fußgänger oder Zweiradfahrer. 162 Kinder sind im Straßenverkehr verunglückt, 15 mehr als im Vorjahr. Die überwiegende Mehrzahl der betroffenen Kinder, nämlich 107, waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.

Bei jedem zehnten Unfall, bei dem Menschen verletzt wurden, ist im vergangenen Jahr ein Beteiligter geflüchtet. 68 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden, etwas weniger als in den Jahren zuvor.

Hauptursache bei Unfällen mit Verletzten waren Fehler beim Abbiegen oder Wenden (255), gefolgt von zu geringem Abstand und Missachtungen der Vorfahrtregel (jeweils 252). Auf überhöhte Geschwindigkeit waren 136 Unfälle mit Personenschäden zurückzuführen, auf Alkohol- oder Drogenkonsum 51.

„Man kann nur an das Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer appellieren“, sagte Claudia Römers, die Leiterin der Direktion Verkehr. Unfälle geschähen nicht aus heiterem Himmel, sagte Römers: „Unfälle werden gemacht. Von Rücksichtslosen, die zu schnell fahren, drängeln und sich nicht an die Vorfahrtregeln halten. Von Unaufmerksamen, die sich am Steuer ablenken lassen und nicht bei der Sache sind. Und von Berauschten, die Alkohol getrunken oder Drogen zu sich genommen haben.“

Die Polizei will weiterhin umfangreiche Geschwindigkeitskontrollen vornehmen. Vorbeugende Maßnahmen speziell zur Verhinderung von Zweiradunfällen sind in diesem Jahr in Brühl und Pulheim geplant. Zudem gehen die Präventionsangebote der Polizei an Grundschulen und Kindergärten weiter.