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Erschreckender Zwischenfall in Lohmar: Drei Kinder aus Fenster in Flüchtlingsunterkunft geworfen

In einer Flüchtlingsunterkunft kam es zu einem schlimmen Vorfall. Ein Vater soll seine Kinder aus dem Fenster geworfen haben.

In einer Flüchtlingsunterkunft kam es zu einem schlimmen Vorfall. Ein Vater soll seine Kinder aus dem Fenster geworfen haben.

Foto:

Peter Lorber

Lohmar -

Was der Nachbar am Montag gegen 16.35 Uhr sah, ließ ihm den Atem stocken: Drei kleine Kinder stürzten aus zwei Fenstern im ersten Obergeschoss einer Asylbewerberunterkunft an der Lohmarer Hauptstraße auf den Asphalt. Der Mann alarmierte die Polizei; am Einsatzort fanden die Rettungskräfte unterhalb von Fenstern an der Stirnwand des Gebäudes sowie an der Straßenfront  ein siebenjähriges Mädchen und einen fünf Jahre alten Jungen, die schwerste Verletzungen aufwiesen.

Der alarmierte Notarzt und eine Rettungswagenbesatzung versorgten die Kinder vor Ort, bevor sie mit dem  Rettungshubschrauber abtransportiert wurden. Die Art ihrer Verletzungen ist noch unklar. Ein Kleinkind hatte den Fall augenscheinlich unverletzt überstanden.

Der ungeheuerliche Verdacht: Der Vater der drei Kinder könnte ihnen das angetan, sie aus den Fenstern  im ersten Stock gestoßen oder geworfen haben. Der 35-Jährige aus Syrien wurde Montag von Polizeibeamten noch vor Ort festgenommen, gegen ihn wird wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Der Mann habe bei seiner Festnahme keinerlei Widerstand geleistet, erklärte Polizeisprecher Stefan Birk.

Die schwerst verletzten Siebenjährige und der Fünfjährige wurden mit dem Rettungshubschrauber in Spezialkliniken nach Bonn und Köln-Merheim geflogen. Der einjährige Bruder kam, begleitet durch die Mutter, vorsichtshalber zur Untersuchung in eine Kinderklinik.

Tatort abgesperrt

Die Staatsanwaltschaft Bonn bildete noch am Montagabend eine Mordkommission, das Haus wurde zum Tatort erklärt, ein Team der Spurensicherung wurde angefordert. Schnell versammelte sich vor dem Haus eine große Zahl von Bewohnern und Nachbarn, die fassungslos über das Geschehene sprachen. Die Polizei drängte schließlich die Versammelten zurück und sperrte den Tatort weiträumig mit Flatterband ab. Die Feuerwehr baute Zelte auf, um die Arbeit der Spurensicherung zu unterstützen.

Etwa 30 Personen leben derzeit in dem Haus, einem ehemaligen China-Restaurant unweit der Feuerwache, das die Stadt Lohmar zur Unterbringung von Flüchtlingen gekauft hat. Dort, so die Angaben der Polizei am Montagabend, bewohnte die syrische Familie zusammen mit anderen Asylbewerbern eine große Wohnung in der ersten Etage. Mehrere Familien teilten sich dort  Badezimmer und die Küche, darüber hinaus habe ihnen auch  privater Raum zur Verfügung gestanden, erklärte Stefan Birk.