Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt
Kölnische Rundschau | Feuerwehr in Troisdorf: Vierjähriger bei Brand in Flüchtlingsunterkunft verletzt
27. January 2016
http://www.rundschau-online.de/23519720
©

Feuerwehr in Troisdorf: Vierjähriger bei Brand in Flüchtlingsunterkunft verletzt

62 Feuerwehrleute eilten zu dem Brand in Friedrich-Wilhelms-Hütte und durchsuchten unter Atemschutz die völlig verrauchte Wohnung.

62 Feuerwehrleute eilten zu dem Brand in Friedrich-Wilhelms-Hütte und durchsuchten unter Atemschutz die völlig verrauchte Wohnung.

Troisdorf -

Ein vier Jahre altes Kind hat am Mittwochabend bei einem Brand in einer städtischen Unterkunft schwere Verbrennungen erlitten. Drei weitere Menschen wurden leicht verletzt. In dem Haus an der Donawitzstraße ist eine zehnköpfige Familie gemeldet – ein Elternpaar mit sieben Kindern sowie ihr Cousin. Doch der war an diesem Abend nicht zu Hause.

Der Junge war nach ersten Angaben im ersten Obergeschoss in einem Schlafzimmer gewesen. Plötzlich war er gegen 18.30 Uhr nach unten gelaufen, hatte Brandwunden unter anderem an Armen und Gesicht und rief nur: „Feuer.“ Zwei ältere Geschwister und der Vater liefen nach oben, dabei atmeten sie dichten Rauch ein, der von oben herunterquoll.

62 Feuerwehrleute unter Leitung von Stadtbrandinspektor Stefan Gandelau eilten nach Friedrich-Wilhelms-Hütte. Als sie eintrafen hatten alle neun Bewohner das Gebäude bereits verlassen. Nachbarn in den gegenüberliegenden Häusern hatten die Verletzten bei sich aufgenommen und kümmerten sich um den Vierjährigen, bis Rettungsdienst und Notarzt vor Ort waren. Teile der Familie warteten vor der Tür. Einsatzkräfte unter Atemschutz gingen in die Wohnung hinein.

Suche nach weiteren Opfern

Von außen waren keine Flammen erkennbar. Im Inneren allerdings hatte sich der Rauch ausgebreitet. Sie suchten nach möglichen weiteren Opfern, indes war niemand mehr in den Zimmern. Im nach hinten liegenden Schlafraum wurden sie schließlich fündig. Dort brannten Matratzen, die sie ablöschten und ins Freie warfen. In der Zwischenzeit waren mehrere Rettungswagen eingetroffen, die Patienten wurden zunächst behandelt. Der Notarzt entschied, dass das schwer verbrannte Opfer schnell in die Kinderklinik an der Amsterdamer Straße in Köln gebracht werden sollte. Die beiden Jugendlichen wurden, wie ihr Vater, ebenfalls in Krankenhäuser gebracht. Die Mutter begleitete ihre Kinder.

Die vier übrigen Angehörigen sollten in eine andere städtische Notunterkunft gefahren werden. Doch die Nachbarn entschieden sich spontan, sie zunächst bei sich aufzunehmen und zu betreuen. Denn das Haus ist bis auf Weiteres nicht bewohnbar.

Der Kriminalwachdienst wurde alarmiert, zufällig war ein Brandermittler mit dabei. Er untersuchte die Matratzen und ließ sich von dem Angriffstrupp beschreiben, wo sie in dem Zimmer ursprünglich gelegen hatten. Die Brandursache war am Abend noch nicht in Erfahrung zu bringen.Die Ermittlungen dazu dauern an.