Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Aschermittwoch in Troisdorf und Siegburg: Geldbeutelauswaschen an der Burg Wissem – Ende der Session

Eine große Trauergemeinde hatte sich an der Burg Wissem eingefunden, um die Geldbeutel auszuwaschen – auf dass sie am 11.11. wieder gut gefüllt sind! Fotos: Krantz/privat

Eine große Trauergemeinde hatte sich an der Burg Wissem eingefunden, um die Geldbeutel auszuwaschen – auf dass sie am 11.11. wieder gut gefüllt sind! Fotos: Krantz/privat

Troisdorf/Siegburg -

So kurz die Session, so lang ist in diesem Jahr die Wartezeit von Aschermittwoch bis zum 11.11. Entsprechend groß war die Trauergemeinde an der Troisdorfer Burg Wissem, die der Einladung der KG Burgstürmer zum achten Geldbeutelauswaschen seit der Wiederbelebung des alten Brauchs gefolgt war; entsprechend laut auch das Wehklagen. „Viel zu früh“ sei der Karneval diesmal von den Jecken gegangen, hieß es dort.

Terrier war Löwe im Karneval

Schlichtes Schwarz hatte die farbenprächtigen Ornate abgelöst – nur einer trug nach wie vor die Prinzenmütze: Yorkshire-Terrier Balou war mit Herrchen Werner Schiffer zur Burg gekommen. Kein ganz neues Outfit übrigens für den dreizehnjährigen Vierbeiner, der auch schon als Löwe im Karneval Furore gemacht hat. Ohne Federschmuck und andere Ehrenzeichen war das Dreigestirn Prinz Peter II., Bauer Chris und Jungfrau Klara erschienen, auch Max und Finja, das Kinderprinzenpaar von der Hütte samt Hofdame Elina hatte sich vom prächtigen Ornat verabschiedet.

Dass sie nun nicht in Trübsal verfallen, dafür wurde genauso gebetet wie dafür, dass man für die nächste Session wieder „so tolle Lück“ finde. „Dass die Fastenzeit unbeschadet an uns vorübergeht und wir uns danach wieder an Speis’ und Trank laben können“, gehörte ebenfalls zu den Fürbitten.

In Siegburg verzichtete das Karnevalskomitee auf die Grundreinigung der Börsen, weil der Brunnen am Markt wieder einmal abgestellt wer.

Stattdessen herrschte schon Veilchendienstag am Abend Katerstimmung im Schützenhaus. Dort waren Abordnungen aller Siegburger Karnevalsvereine zusammengekommen, um sich vom Prinzenpaar Sebastian I. und Siegburgia Margret I. zu verabschieden. Am Ende der traditionellen Auskleidung der Tollitäten, die man sich bloß nicht als Striptease vorzustellen hat, stand Sebastian Schuster wieder als Landrat da – ganz in Zivil. Bloß von seiner Prinzenmütze mochte er sich offenbar nicht trennen. Indes dankte Komiteepräsident Günter Krengel dem Landrat nochmals dafür, dass er als Last-Minute-Prinz in die Bresche gesprungen war. So hätten Siegburg und das Komitee zum 155-jährigen Bestehen doch noch ein „souveränes und grandioses“ Prinzenpaar gehabt.