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Kölnische Rundschau | Siegtalradweg bei Windeck: Radbrücke bei Dreisel ist bei Umweltschützern umstritten
10. February 2016
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Siegtalradweg bei Windeck: Radbrücke bei Dreisel ist bei Umweltschützern umstritten

Eine Brücke wie in Hennef-Weingartsgasse wird für Windeck diskutiert. Bei Umweltschützern ist sie heiß umstritten.

Eine Brücke wie in Hennef-Weingartsgasse wird für Windeck diskutiert. Bei Umweltschützern ist sie heiß umstritten.

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Helfer

Windeck -

Für die einen ist sie ein toter Gaul, den die Kreisverwaltung reitet und somit ein Ärgernis. Für die anderen ist die Fahrradbrücke über die Sieg bei Dreisel, mit der der Rhein-Sieg-Kreis eine der Lücken des familienfreundlichen Radwegs schließen will, ein rotes Tuch, weil sie seit Jahren vergeblich auf den Bau warten.

Für 2016 Jahr hat der Planungsdezernent des Rhein-Sieg-Kreises, Michael Jaeger eine Entscheidung angekündigt. Noch länger dürfe sich das Projekt nicht mehr hinziehen.

Für den Bau der Brücke, mit der der Siegtalradweg zum Premium-Radweg befördert werden könnte, gibt es mehrere Hindernisse. Brücke und Radweg würden einen der letzten unberührten Abschnitte der Sieg zerstören, klagen Naturschützer seit Jahren. Artenschützer haben zwischen Dreisel und Schladern den Gänsesäger gesichtet. Der Vogel ist dort im Winter Gast.

Jaeger und sein Planungsamtschef Mehmet Sarikaya – beide begeisterte Radfahrer, die mindestens einen Teil ihres morgendlichen Weges zur Arbeit im Sattel zurücklegen – sind sich sicher, dass sie die Naturschutzprobleme lösen können. Eine Sperrung der Brücke im Winter würde dem Gänsesäger Ruhe verschaffen. Dass genau diese Sperrung die Fördermittel gefährde, können sie nicht verstehen. Andernorts würden geförderte Fledermaustunnel zeitweise für Radler gesperrt. Klärung soll ein Gespräch mit der Kölner Bezirksregierung bringen.

Suche bislang erfolglos

Weitaus schwieriger ist für die Planer im Kreishaus die Grundstücksfrage zu beantworten. Der Besitzer der Wälder an der Sieg bei Schladern habe bei einem Gespräch mit Landrat Sebastian Schuster grundsätzlich Bereitschaft für den Brückenbau signalisiert, berichtet Jaeger. Allerdings wolle er kein Geld sondern Wald im Tausch für die Flächen. Auf die Suche nach Waldflächen und verkaufswilligen Eigentümern ist Windecks Umweltbeauftragter Richard Grothus gegangen – bislang ohne Erfolg.

Dass es zur Brücke keine Alternative gibt, haben laut Jaeger Experten ermittelt. Eine Trasse von Schladern entlang der Bahn und per Ampel über die Landstraße 333 koste 5,4 Millionen Euro, mit Tunnel unter der Straße hindurch neun Millionen. Dagegen stünden der Weg nach Dreisel samt Brücke mit 1,7 Millionen Euro. Serpentinen von Dreisel bergauf seien wenig sinnvoll, weil auf Maueler Seite kein Raum sei, erklärte Sarikaya. Bisher hat der Kreis in den Radweg fünf Millionen investiert.

Optimistisch schauen die Planer auf die zweite Lücke im Radweg zwischen Rosbach und Au. Dort liefen Gespräche mit Eigentümern. Der Bau entlang der Bundesstraße 256 in den kommenden Jahren sei realistisch.