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Maschinenbauer in Windeck: Erfolgsstory im Maueler Siegbogen

WMV-Chef Martin Müller (l.) und Jürgen Müller genießen den tollen Ausblick vom Arbeitsplatz auf Burg Windeck.

WMV-Chef Martin Müller (l.) und Jürgen Müller genießen den tollen Ausblick vom Arbeitsplatz auf Burg Windeck.

Foto:

Propach

Windeck -

Wenn Martin Müller durch seinen Betrieb in Windeck-Mauel geht, dann ist er auf eines ganz besonders stolz. In kaum einem der Büros vom WMV gibt es einen Schrank.

„Bei uns läuft alles digital“, erklärt er. Selbst das Archiv mit Konstruktionsplänen aus fast 46 Jahren Firmengeschichte ist in den vergangenen Jahren komplett eingescannt worden. Die Originalzeichnungen, immerhin ein ganzer Container voll, sind konsequenterweise vernichtet worden.

In der Produktionshalle: Pascal Meinker (linkes Bild) arbeitet an der Verdrahtung einer Maschine, Prokurist Lothar Peukert (rechtes Bild) zeigt eine Zentrifuge aus den 70er-Jahren.

In der Produktionshalle: Pascal Meinker (linkes Bild) arbeitet an der Verdrahtung einer Maschine, Prokurist Lothar Peukert (rechtes Bild) zeigt eine Zentrifuge aus den 70er-Jahren.

Gegründet hat das Unternehmen Müllers Vater. Er hat mit seinen beiden Teilhabern Weniger und Vick 1970 in einer kleinen Werkstatt angefangen. Hauptsächlich Zentrifugen wurden damals gebaut. Nach nur zwei Jahren stieg Vick aus. Teilhaber Weniger ging vor Jahren in den Ruhestand. Seitdem ist Müller einziger Gesellschafter und Geschäftsführer vom WMV. Der Firmensitz im Maueler Siegbogen wurde ständig erweitert.

In der Produktionshalle: Pascal Meinker (linkes Bild) arbeitet an der Verdrahtung einer Maschine, Prokurist Lothar Peukert (rechtes Bild) zeigt eine Zentrifuge aus den 70er-Jahren.

In der Produktionshalle: Pascal Meinker (linkes Bild) arbeitet an der Verdrahtung einer Maschine, Prokurist Lothar Peukert (rechtes Bild) zeigt eine Zentrifuge aus den 70er-Jahren.

2014 kaufte Müller die ehemalige Kleintierpraxis im Maueler Gewerbegebiet. Dort ist seitdem ein Verwaltungsgebäude entstanden, das auch ein Stück Firmenphilosophie widerspiegelt. Viel Licht, individuell einstellbare Arbeitsplätze für jeden und vor allem kurze Wege zwischen den Abteilungen gehören dazu. In fast jedem Raum gibt es große Bildschirme, auf denen bei Besprechungen die nötigen Informationen aufgerufen werden.

In dem umgebauten Verwaltungsgebäude mit Blick auf Schladern und Burg Windeck arbeiten zurzeit 45 Mitarbeiter, in den übrigen Windecker Betriebsteilen sind es etwa 100 Monteure, die weltweit unterwegs sind, um komplette Maschinenparks aufzubauen und zu warten. Derzeit werden in Mauel acht Lehrlinge ausgebildet, immerhin fast zehn Prozent der Belegschaft. Daneben arbeitet WMV mit einigen Firmen an der Oberen Sieg, im benachbarten Oberbergischen und im Westerwald zusammen.

In der Produktionshalle: Pascal Meinker (linkes Bild) arbeitet an der Verdrahtung einer Maschine, Prokurist Lothar Peukert (rechtes Bild) zeigt eine Zentrifuge aus den 70er-Jahren.

In der Produktionshalle: Pascal Meinker (linkes Bild) arbeitet an der Verdrahtung einer Maschine, Prokurist Lothar Peukert (rechtes Bild) zeigt eine Zentrifuge aus den 70er-Jahren.

Zwei eigene Firmen sind im Laufe der vergangenen Jahre hinzugekommen – ebenfalls auf dem Land, im rheinland-pfälzischen Weyerbusch wenige Kilometer weiter südlich im Westerwald. Dort wird bei Insbad Blech verarbeitet. Die spanende Verarbeitung erledigt die aus Mauel ausgegliederte WMV-Dreherei Mtam. „Die sind deutlich besser als hier“, umschreibt Müller die Erfahrungen mit der Wirtschaftsförderung im Nachbarland.

Zum Standort Windeck steht der Hennefer Müller dennoch: „Wir sind ja stolz darauf, hier zu sein“, sagt er. Auch seine Mitarbeiter kommen aus einem Gebiet von zehn bis zwölf Kilometer rund um Windeck. Sie zu einem Team zu formen und zusammenzuhalten, sehen Müller und sein Prokurist Lothar Peukert als wichtige Führungsaufgabe. „Zufriedenheit hat oberste Priorität. Im Zweifel verzichten wir lieber auf Wissen, wenn jemand nicht ins Team passt“, versichert der Chef. Gleich mehrere Mitarbeiter haben wie Peukert bei WMV mit einer Lehre begonnen, haben sich weitergebildet, studiert und sind später zurückgekehrt. Die Motivation der Mitarbeiter steht bei WMV ganz oben auf der Agenda. „Wer motiviert ist, arbeitet produktiver“, behaupten sie. Und im Notfall stehe dann jeder für den anderen ein und bleibe, wenn ein Kunde um Hilfe rufe, für das Team auch einmal länger. Mit dem Auszug der Verwaltung ist in den WMV-Hallen wenige hundert Meter weiter endlich Platz, um auch die Produktion den heutigen Abläufen anzupassen. Die von Zulieferern geschweißten Metallrahmen kommen dort an, werden lackiert, mit Motoren, Steuerung und Software so kombiniert, wie sie die eigenen Entwickler für die Kunden entworfen haben. Die Produktionsstraße können wenigstens teilweise zusammengebaut und getestet werden, bevor sie wieder demontiert, in große Holzkisten verpackt und bis in die USA und nach Asien versandt werden. Vor Ort bauen die WMV-Monteure dann alles zusammen.

Damit die Kommunikation der Abteilungen untereinander vor allem aber mit Zulieferern und Kunden reibungslos funktioniert, hat nach langem Warten Netcologne vor etwa einem Jahr eine 100-MBit-Leitung nach Mauel verlegt. Mit den Leunawerken nebenan hat Müller eigene Leitungen zwischen den Betriebsteilen verlegt. Gespannt erwartet er jetzt den Umbau einer weiteren Halle, die er vor kurzem als dritten Maueler Standort hinzugekauft hat. Dort soll ein Technologiezentrum entstehen.

Als während einer Krise vor wenigen Jahren plötzlich die Aufträge wegbrachen, machte sich der Gesellschafter ernsthafte Sorgen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz auf 25 Millionen Euro. Bis in den Herbst sind die Auftragsbücher voll, berichtet er.

Und dann zeigt der Chef noch zwei Dinge, die ihm besonders wichtig sind. Bei einem Kunden fand er kürzlich eine der ersten Zentrifugen, die WMV in den 70er Jahren produziert hat. Die wird jetzt aufgearbeitet und ausgestellt. Und dann ist da noch das ehemalige Archiv. Dort gibt es jetzt einen Fitnessraum, den sich die Lehrlinge hergerichtet haben. Mit Kuchenverkauf hätten sich die Azubis die Geräte zum Teil selbst finanziert, sagt Müller abschließend mit Bescheidenheit.

www.wmv.com