Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Verkäuferin aus Eitorf : Landgericht muss „Mord ohne Leiche“ neu aufrollen

Bild Verschwundene Eitorf

Bonn/Eitorf -

Das Bonner Landgericht muss den Prozess um einen „Mord ohne Leiche“ neu aufrollen. Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung des Ehemanns einer vor dreieinhalb Jahren spurlos verschwundenen Verkäuferin wegen Totschlags aufgehoben. Das Bonner Gericht hatte den Mann im Juli 2014 zu elf Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof kritisierte Rechtsfehler in der Beweiswürdigung der Bonner Richter, wie aus einer Mitteilung vom Montag hervorgeht.

Nach Auffassung der obersten Richter hat das Landgericht Bonn die Angaben der zentralen Zeugin zu einem angeblichen Geständnis des Mannes nicht kritisch genug eingeordnet. Sie verwiesen dabei auf Angaben des Angeklagten, seine als Zeugin vor Gericht auftretende damalige Freundin habe die Fortsetzung der intimen Beziehung davon abhängig gemacht, dass er die Tötung seiner Ehefrau ihr gegenüber gestehe.

Die Freundin hatte die Polizei alarmiert. Der Mann hatte ihr berichtet, seine Frau erwürgt, zerstückelt und im Abfall seiner Arbeitsstätte Krankenhausküche entsorgt zu haben. Nach seiner Darstellung in den Vernehmungen hat er dies erfunden. Die damals 42-jährige Mutter zweier Kinder war im September 2012 verschwunden. Bei seiner Verurteilung beteuerte der damals 41-jährige Angeklagte nochmals seine Unschuld. Er ging in Revision. (dpa)