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Kölnische Rundschau | Familiendrama in Flüchtlingsunterkunft: Drei Kinder aus Fenster in Lohmar geworfen – Familienvater gesteht
02. February 2016
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Familiendrama in Flüchtlingsunterkunft: Drei Kinder aus Fenster in Lohmar geworfen – Familienvater gesteht

In einer Flüchtlingsunterkunft kam es zu einem schlimmen Vorfall. Ein Vater soll seine Kinder aus dem Fenster geworfen haben.

In einer Flüchtlingsunterkunft kam es zu einem schlimmen Vorfall. Ein Vater soll seine Kinder aus dem Fenster geworfen haben.

Foto:

Peter Lorber

Lohmar -

Der 35 Jahre alte Mann, der am Montagnachmittag seine Kinder aus dem Fenster im ersten Obergeschoss einer Flüchtlingsunterkunft geworfen haben soll, hat die Tat inzwischen eingeräumt. Zunächst hatte er jegliche Tatbegehung bestritten, war aber offenbar unter dem Druck der Beweise geständig.

Ein fünf Jahre alter Junge und ein acht Jahre altes Mädchen wurden bei dem Sturz schwer verletzt und mit Rettungshubschrauber sowie Rettungswagen in Kliniken nach Bonn und Köln gebracht. Sie befinden sich aber nach Angaben der Polizei am Dienstagmorgen nicht in Lebensgefahr.

Einjähriges Kind nur leicht verletzt

Ein einjähriges Kind erlitt lediglich leichte Verletzungen, wurde aber vorsorglich ins Kinderkrankenhaus nach Sankt Augustin gefahren (wir berichteten). „Der Junge ist wahrscheinlich auf den Fünfjährigen gefallen“, sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender auf Anfrage dieser Zeitung.

Polizei und Staatsanwalt hatten keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass der schreckliche Vorfall ein Unfall gewesen sein könnte. Stattdessen lagen ihnen von Beginn an gesicherte Erkenntnisse dafür vor, dass die Kinder tatsächlich aus den Fenstern geworfen wurden.

35-Jährige griff seine Ehefrau an

Der dringend Tatverdächtige war schon am 4. Januar diesen Jahres wegen einer Tätlichkeit aufgefallen. Er hatte seine Frau angegriffen und verletzt, die Folge war eine Anzeige wegen Körperverletzung. Der Mann wurde mit einem zehntägigen Betretungsverbot für die gemeinsame Wohnung belegt. Später kehrte er zurück, mit dem Einverständnis seiner Ehefrau.

Der 35-Jährige, der mit seiner Familie erst im Dezember aus Syrien nach Deutschland gekommen ist, wurde am Montagabend vorläufig festgenommen und von den Mitgliedern einer Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Norbert Lindhorst, der sich mit Staatsanwalt Florian Gessler eng abstimmt, vernommen.

Bis in die späten Abendstunden sicherten die Ermittler am Tatort Spuren, Beamte befragten Zeugen. Die Hauptstraße war bis gegen 21.30 Uhr komplett gesperrt. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen beantragt. Ein Richter schickte den 35-Jährigen in Untersuchungshaft.


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