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Rettungsaktion bei Hennef : Gleitschirmflieger hing kopfüber in zwölf Metern Höhe in einem Baum

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Ralf Rohrmoser

Hennef -

„Seit 16 Jahren fliege ich, aber so etwas ist mir noch nicht passiert. “ Der 43 Jahre alte Gleitschirmflieger aus Neunkirchen-Seelscheid ärgerte sich wohl am meisten über sich selbst. Er war am Montagnachmittag in einem Baum im Steilhang oberhalb der Sieg hängen geblieben, gut zwölf Meter über dem Boden. Aus seiner misslichen Lage konnte er sich nicht mehr befreien, hing zunächst kopfüber in seinen Gurten.

Der Mann war an der Stachelhardt gestartet und hatte das gute Wetter ausgenutzt. Während seines Fluges bemerkte er, dass der Wind böig und unberechenbar wurde. Deshalb bereitete er sich auf die Landung vor und sank in Richtung der Siegwiesen hinab. Um seinen vorgesehenen Landeplatz besser ansteuern zu können, drehte er eine weitere Kurve in den Hang hinein. Doch dabei geriet er nach eigenen Angaben möglicherweise zu nahe an die Bäume heran.

„Ich bin durchgesackt und habe noch versucht, die Beine anzuziehen, um über den Wipfel zu kommen“, erzählte er später. Aber da war es schon zu spät. Der Schirm verfing sich in der Krone, ganz sacht rutschte der Gleitschirmflieger nach unten durch. Allerdings hing er mit dem Kopf voran in Richtung Waldboden. Allein oder auch mit Hilfe von Bekannten war es ihm nicht möglich, wieder nach unten zu gelangen.

Zunächst wurden die Freiwillige Feuerwehr Ruppichteroth und die Drehleiter von der Leitstelle Hennef alarmiert. Schnell war klar, dass die Einsatzkräfte von dort oben nichts ausrichten konnten und die Kollegen der Löschgruppe Söven gefragt waren, die in der erweiterten Absturzsicherung ausgebildet sind. Sie rückten mit ihren Kameraden aus Stadt Blankenberg über Oberauel und Auel auf dem Siegsteig an.

22 Wehrleute unter Leitung von Stadtbrandinspektor René Schneider erreichten schließlich die Einsatzstelle. Von dem rutschigen Weg aus kletterten sie auf dem weichen, aber sehr steilen Boden in die Höhe, um an den Stamm zu kommen. In einen speziellen Overall gekleidet, stieg David Dresbach in den Baum und brachte Sicherungsseile an. Er gelangte zu dem 43-Jährigen und half ihm dabei, sich in eine bessere Position zu bringen. Mit Karabinern konnte der Flieger sich bei Dresbach einhängen, mit Hilfe des Seils wurden die beiden langsam herabgelassen.

Der Flieger hatte Glück, er blieb trotz des Absturzes unverletzt. Sein Schirm aber wird wohl erst am Dienstag geborgen.