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Mobilität: Rhein-Sieg-Kreis will Pendler aufs Pedelec bringen

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Rhein-Sieg-Kreis -

Auch im eher ländlich geprägten Osten des Rhein-Sieg-Kreises sollen künftig mehr Menschen für den Weg zur Arbeit aufs Zweirad umsteigen. Um das zu erreichen, wird sich der Kreis um die Teilnahme an einem Modellprojekt des Bundesverkehrsministeriums zur Elektromobilität beteiligen.

Das hat der Planungs- und Verkehrsausschuss des Kreistags gegen die Stimmen von FDP und AfD beschlossen. Die Kreisverwaltung hatte bereits im vergangenen Jahr eine „Ideenskizze“ zur Förderung des Radverkehrs in den östlichen Kreiskommunen beim Ministerium in Berlin eingereicht, die dort grundsätzlich als förderungswürdig eingestuft wurde.

Mit dem Projekt „Ein Rad für alle Fälle“ will der Kreis vor allem das Pedelec als Verkehrsmittel im Alltag etablieren. Bislang, so die Beobachtung der Verkehrsexperten im Siegburger Kreishaus, werden die Räder, die den Fahrer mit einem Elektromotor mit bis zu 250 Watt Leistung unterstützen, vor allem als Fortbewegungsmittel in der Freizeit genutzt.

So stellt der Touristikverein Bergischer Rhein-Sieg-Kreis („Bergisch hoch vier“) an 16 Stationen in den Kommunen Lohmar, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth zusammen mit einem Unternehmen aus Köln-Porz an derzeit sechs Stationen insgesamt 16 Miet-Pedelecs zur Verfügung. Diese werden von Touristen und Wochenendausflüglern allerdings fast ausschließlich an den Wochenenden ausgeliehen. Unter der Woche stehen sie meist ungenutzt an den Stationen.

Jeweils bis zu 50 Pendler sollen in den Jahren 2017 und 2018 bis zu drei Monate lang vom Auto auf das Pedelec umsteigen und für den Weg zur Arbeit oder zur nächsten Bus- oder Bahnstation auf die wochentags ungenutzten Zweiräder zurückgreifen. Der Verleiher soll dafür nur eine symbolische Gebühr erheben. Der Kreis erhofft sich, dass dadurch Menschen, die vor den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten eines Pedelec zurückschrecken, für diese Art der Fortbewegung begeistert werden können. Gleichzeitig strebt er an, dass die Auslastung der Leihfahrräder im Bergischen von derzeit 20 Prozent auf künftig 40 Prozent erhöht werden kann, was die Leihfahrrad-Angebote in der Region mittelfristig sichern würde.

Das Projekt kostet nach Angaben der Kreisverwaltung rund 100 000 Euro, unter anderem für die Übernahme der Leihgebühren, die Bereitstellung von Fahrradboxen an Bus- und Bahn-Haltestellen, für Öffentlichkeitsarbeit und die wissenschaftliche Begleitung. Sollte der Kreis den Zuschlag des Bundes für das Projekt bekommen, würde das Ministerium einen Anteil von 80 000 Euro übernehmen.