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Proklamation des Prinzenpaares: Rollentausch in d’r jecke Famillich

Scheinheilig ging Prinz Rafael I. (Sola-Schröder) vor Bürgermeister Franz Huhn in die Knie, um dann die  Auflösung des Stadtrats zu verkünden.

Scheinheilig ging Prinz Rafael I. (Sola-Schröder) vor Bürgermeister Franz Huhn in die Knie, um dann die  Auflösung des Stadtrats zu verkünden.

Foto:

Bröhl

Siegburg -

Ein Bild für die Götter: Siegburgia Daniela I. strahlend und in Blau wie der gefühlte Himmel über Siegburg, ihr Onkel, Prinz Rafael I., ebenso strahlend und in Rot-Weiß wie der Erzengel Michael im Stadtwappen.

Und dazu ein Gefolge, das in prächtigen Biedermeier-Kostümen und Tänzen zu Evergreens des rheinischen Fastelovends nostalgische Schunkelstimmung entfachte – mit einer Choreografie aus der Feder des „Llambi von von Siegburg“, wie die Jecken in Anspielung auf den früheren Turniertänzer Joachim Llambi ihren Tanzmeister nennen: Adjutant Jörg Sola-Schröder, der Vorgänger und Bruder des aktuellen Prinzen. Was zeigt: Die Familie Sola-Schröder kann’s nicht lassen und klammert sich mit Rollentausch an die närrische Macht.

Aus dem Adju wurde der Prinz, aus dem Prinz der Adju und dessen Töchterchen die Prinzessin. Überhaupt: De janze Famillich findet sich neben dem großen Freundeskreis im Gefolge wieder. Und dass die es faustdick hinter den Ohren hat, zeigte sich schon am Freitagabend bei der Prinzenproklamation in der knubbelvollen Rhein-Sieg-Halle.

Scheinheilig ging Prinz Rafael vor Bürgermeister Franz Huhn in die Knie, um den Ritterschlag zu empfangen, und kaum hatte er die Narrenpritsche in der Hand, ließ er den Adju in den elf Geboten auch schon die Auflösung des Stadtrats mit sofortiger Wirkung verkünden.

Warm anziehen muss sich auch Komitee-Präsident Günter Krengel, der verpflichtet wurde, „in seiner leidenschaftlichen Art“ im Gefolge mitzutanzen. Und ebenso muss es den Bonnern angst und bange werden. Die Einwohnerzahl des „Siegburger Vororts“ wollen die Tollitäten nämlich unbedingt toppen, in dem an Sonn- und Feiertagen der Strom in Siegburg abgestellt wird. Dass der Nachwuchs mangels Kreissaal nicht in der Kreisstadt zur Welt kommt, „määt nix“, meinte Jörg Sola-Schröder. Hauptsche: „Made in Siegburg“.

Made in Siegburg war auch die Proklamation, aber weniger die folgende Prunksitzung, die um so mehr mit dem Hochadel der Karnevalsszene punktete, darunter „et Rumpelstilzje“ ebenso wie Guido Cantz, Brings und die Räuber.