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Ratssitzung: Gemeinde Windeck sucht Partner für Energie

Im Rosbacher Rathaus soll künftig die Energieversorgung der Gemeinde gemanagt werden.

Im Rosbacher Rathaus soll künftig die Energieversorgung der Gemeinde gemanagt werden.

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Bröhl

Windeck -

An der Oberen Sieg soll demnächst per Ausschreibung ein starker Partner gesucht werden, der die Gemeinde Windeck auf dem Weg ins Energiegeschäft begleitet. Ein entsprechender Antrag der SPD soll in Sondersitzungen der politischen Gremien diskutiert und verabschiedet werden.

Die CDU scheiterte jetzt im Gemeinderat mit einem Alternativvorschlag, der ein Zusammengehen mit RWE und Rhenag vorsah.

Anders als die Nachbarn in Eitorf, die ohne viel Federlesens wieder einen Konzessionsvertrag mit RWE abgeschlossen haben, liebäugeln die Windecker schon lange mit der Übernahme des Stromnetzes und dem Verkauf von Energie. Beispiele gibt es im angrenzenden Oberbergischen Kreis, wo die Gemeinde Nümbrecht schon Ende der 90er-Jahre dem Stromgiganten RWE das Netz abtrotzte und als eine der ersten mit eigenen Gemeindewerken – damals ohne Partner – zunächst ins Strom und später auch ins Gasgeschäft einstieg.

Mit den Stadtwerken Aachen als „strategischem Partner“ ist auch die nördliche Nachbarkommune Windecks, die Stadt Waldbröl seit 2014 auf dem Markt. Ökostrom, Erdgas und Trinkwasser bieten dort die Energie-und-Wasser-Waldbröl-GmbH (EWW) an. Ebenfalls mit den Stadtwerken Aachen will die Gemeinde Ruppichteroth das Stromnetz übernehmen. Und auch in Windeck war dieser Partner immer mal wieder im Gespräch. Die SPD hat allerdings vorgeschlagen, zunächst ins Stromgeschäft einzusteigen und dann das Netz zu übernehmen.

Sitzung unterbrochen

Für Frank Steiniger (CDU) ist die Suche nach einem strategischen Partner keine Option. Der Weg sei zu risikoreich und bringe viel zu spät die für den notorisch klammen Windecker Gemeindehaushalt nötigen Gewinne. Für die Union schlug Steiniger vor, ein Angebot von RWE eingehend zu prüfen. Demnach könnte die Gemeinde das Stromnetz zu 51 Prozent übernehmen und wäre im Gegenzug mit zunächst sechs Prozent und später mindestens zwei Prozent am Gewinn beteiligt. Thomas Ritzer von den Grünen lehnte das Angebot als „Mogelpackung“ und nichts anderes als ein „Pachtvertrag“ ab.

Unmut und persönliche Enttäuschung bei seinem SPD-Gegenüber Dirk Bube erregte Frank Steiniger mit seinem Hinweis auf die Geschäftsordnung. Demnach gehöre der SPD-Antrag erst in den Fachausschuss, dann erst in den Gemeinderat. Bube verwies auf persönliche Absprachen mit dem CDU-Sprecher. Im Übrigen habe der Antrag bereits einmal dem Betriebsausschuss vorgelegen. Erst nach einer langen Sitzungsunterbrechung stimmten auch die Sozialdemokraten dem Weg über den Ausschuss zu, „um Formfehler zu vermeiden“.

Die Union hatte für ihren Vorschlag eine geheime Abstimmung beantragt, scheiterte dabei aber offenbar an Rot-Grün mit 17 zu 14 Stimmen bei einer Enthaltung.