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Restaurierung: Nordbahnhof fährt bald auf Wein ab

Wo derzeit gebaggert
wird, entsteht die Außengastronomie für das Weinhaus im historischen Nordbahnhof.  Bauherr Stefan Pick steuert mit seiner aufwendigen Restaurierung   auf die Zielgerade zu.

Wo derzeit gebaggert

wird, entsteht die Außengastronomie für das Weinhaus im historischen Nordbahnhof.  Bauherr Stefan Pick steuert mit seiner aufwendigen Restaurierung   auf die Zielgerade zu.

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Mischka

Siegburg -

Wer sich seinen Lebenstraum erfüllen will, braucht bisweilen einen langen Atem. Den hat Stefan Pick. Seit 2008 ist er hartnäckig damit beschäftigt, den unter Denkmalschutz stehenden Nordbahnhof mit Detailliebe zu restaurieren. Inzwischen ist Pick auf der Zielgeraden und hat für die künftige Nutzung des Bahnhofs auch schon einen ebenso leidenschaftlichen Pächter gefunden: Jörg Lehnen will mit seinem Weinlager, das derzeit auf dem Gelände der Möbelspedition Achnitz an der Zeithstraße untergebracht ist, in den Nordbahnhof umziehen – gleichsam vom Hinterhof auf Bahnsteig 1.

Und mehr noch: Es soll nicht nur ein Weindepot mit Probierstübchen werden. Zugleich will der künftige Pächter des historischen Bahnhofs dort, wo sich einst die Wartesäle befanden, eine „Weinbar“ einrichten, an der auch kleine Speisen serviert werden. Geplant ist zudem eine Außengastronomie, für die Bauherr Pick derzeit den früheren Bahnsteig an der Seite der zum Radweg umgebauten Bahntrasse pflastern lässt. Auf der anderen Seite, an der Theodor-Heuss-Straße, ist schon ein Parkplatz für die künftigen Kunden des Weinhandels entstanden.

„Das wird eine tolle Sache“ , ist auch Bürgermeister Franz Huhn überzeugt, wenngleich es noch ein paar Detailfragen zu klären gebe, wie er gegenüber der Rundschau einräumte. Dennoch ist Stefan Pick zuversichtlich, dass im Sommer das Weinhaus eröffnen könne. Bis freilich der Nordbahnhof aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, gibt es immer noch viel zu tun. Auch wenn das Baudenkmal mittlerweile schon von einem schmiedeeisernen Zaun gerahmt ist, der in seiner kunstvollen Gestaltung mit dem historischen Gebäude harmoniert.

Der Bahnhof war einst Station der Aggertalbahn, die 1874 eröffnet wurde, um vor allem die Textilindustrie im Oberbergischen zu erschließen. Auch damals gab es, wie alte Ansichten zeigen, schon einen Schankraum für die Fahrgäste des „Luhmer Grietchens“, wie die Aggertalbahn im Volksmund liebevoll genannt wurde.

Künftig werden nicht Passagiere, aber Pedaleure ein Päuschen einlegen können – in „gepflegter Atmosphäre“, so Pick. Und bei einem Gläschen Wein. Und dafür hat Jörg Lehnen, der seit 25 Jahren seinen Weinhandel betreibt, ein umfangreiches Sortiment zu bieten: vornehmlich Weine aus Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien, aber auch aus Übersee, dazu eine Auswahl an Delikatessen und Spirituosen.