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Kölnische Rundschau | Rhein-Sieg-Kreis: Das wünschen wir uns für die Städte und Gemeinden 2016
01. January 2016
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Rhein-Sieg-Kreis: Das wünschen wir uns für die Städte und Gemeinden 2016

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dpa

Siegburg

Ein einziges Wort steht in dem Schreiben, das Vertreter des Bürgerforums Siegburg, unterstützt von 235 Unterschriften, Bürgermeister Franz Huhn übergeben: „Danke.“ Danke sagen die Siegburger dafür, dass der Stadtrat in einer Sondersitzung die Grundsteuer B, die um 70 Prozent erhöht worden war, wieder auf ihr altes Niveau zurückgefahren hat. Sprudelnde Gewerbesteuern haben diesen Schritt möglich gemacht. Nicht die einzige frohe Botschaft aus dem Rathaus. Huhn kündigt auch den ersten Spatenstich für den Bau der Peek-&-Cloppenburg-Filiale an der Kaiserstraße an. Zuvor müssen nur noch die als Schuhkartons verspotteten Ladenlokale auf dem Areal abgerissen werden, um Platz zu schaffen für ein dreistöckiges Modehaus. (gw)

Troisdorf

Geld ist nicht alles, klar. Aber mit Geld kann man eine ganze Menge guter Dinge bewegen. Und so würde ich mich gewaltig freuen, im kommenden Jahr über eine auskömmliche Finanzierung der freien Träger in der Jugendhilfe berichten zu können: Wenn (Mehrheits)-Politik und Verwaltung zu der Einsicht kämen, dass jeder gesparte Euro – weil die Zuschüsse nicht den steigenden Kosten angepasst werden – am Ende unter Umständen doppelt und dreifach ausgegeben werden muss. Weil nämlich Kinder auf der Strecke bleiben, die Hilfe brauchen. (dk)

Sankt Augustin

„Schickes Zentrum statt Beton“ hatte die Kollegin vor Jahresfrist einen Artikel überschrieben – nun ist abzusehen, was gemeint war. Der Neubau des Jugendzentrums ist fast fertig, und auch die Sanierung des Rathauses sowie des nahen Gymnasiums konnten mit einer 40-Millionen-Euro-Spritze des Landes in Angriff genommen werden. Nach 20 Jahren des Planens und Diskutierens hat ein Kreisverkehr endlich die Verkehrsprobleme in Birlinghoven gelöst. Und beim Festkonzert tritt der neu formierte Jugendchor des MGV Sängerlust Mülldorf auf: 35 Sängerinnen und Sänger, die nach 147 Jahren Vereinsgeschichte der drohenden Auflösung trotzen. (dk)

Hennef

2016 macht Hennef seinem Ruf als Sportstadt alle Ehre. Mit einer sensationellen Aufholjagd erobert der FC Hennef 05 in der Rückrunde die Tabellenspitze der Mittelrheinliga. Die Elf steigt zum zweiten Mal in die Regionalliga West auf und kann sich diesmal im Schein der endlich errichteten Flutlichtanlage durch eine lange Heimsiegserie etablieren.

Die Sportschule Hennef wird um das Bundesleistungszentrum für Synchronschwimmerinnen und -schwimmer ergänzt. In Stadt Blankenberg, wo das Turmmuseumsteam 2015 einen alten Webstuhl wieder in Schuss gebracht hat, finden die ersten Deutschen Meisterschaften im Weben statt. Und im Gewerbegebiet baut ein Investor eine große Kegel-, Bowling- und Curling-Halle. (kh)

Niederkassel

Nachdem die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen wurden, entschließt sich das Land, auch den südlichen Teil der Niederkasseler Ortsumgehung (L 269 n) zu bauen. Vor allem für Rheidt und Mondorf bringt das erhebliche Entlastungen. Gemeinsam mit der Stadt Köln wird die Verlängerung der Stadtbahnlinie 7 über die Haltestelle in Porz-Zündorf hinaus beschlossen. Der Niederkasseler See wird zum Naherholungsgebiet mit Badesee ausgebaut.

Zusammen mit der Flüchtlingsinitiative und anderen engagierten Bürgern gelingt es, auch 2016 ein gutes Klima für Menschen zu schaffen, die wegen Krieg, Terror und Verfolgung Zuflucht bei uns suchen. (pf)

Lohmar

Wegen der strengen Umweltauflagen gibt es kaum noch Badestellen an Sieg und Agger. Das ist ein Ärgernis, auch in Lohmar, wo sich in Wahlscheid eine der wenigen Badestellen befindet. Gleich neben der Naturschule Aggerbogen, wo der Fluss einen 90-Grad-Knick macht, sieht man im Sommer Badegäste auf dem Kiesufer. Aber in Lohmarer-Ort, wo die meisten Menschen der Aggerstadt wohnen, gibt es keine Badestelle. Was der Umweltschutz sich einmal genommen hat, rückt er nicht wieder heraus. Vielleicht sollten aber auch Umweltschützer noch mal überdenken, was sie tun, und neben Vögeln und Fischen auch dem Mensch in der Natur einen Platz einräumen. (ca)

Eitorf

Die Gemeinde geht die Entwicklung und Neugestaltung des Innenorts an. Großreinemachen statt halber Sachen ist das Motto der Stadtentwickler, die ansetzen, wo der „Sprung an die Sieg“ aufgehört hat. Statt Autos, Plunder und Fischbrötchen gibt es auf dem Marktplatz nun Außengastronomie, Sitzbänke neben Grünflächen und Wasserspielen. Die Bahnen werden unterirdisch geführt, Brückenstraße, Asbacher Straße und Bahnhofstraße zum attraktiven Entree aufgewertet.
Dass Kaufland einen Rückzieher macht, erweist sich als Glücksfall: Auf dem Schulgassenareal entsteht ein Outlet-Dorf mit Modegeschäften, Büroräumen und Arztpraxen. Selbst für einen Neubau des Rathauses, vom Land mit 90 Prozent bezuschusst, ist noch Platz. (seb)

Much

Lange Einkaufsnacht am längsten Tag des Jahres: Reges Treiben herrscht in der Fußgängerzone zwischen Kirchplatz und oberem Kreisverkehr; die Flaneure drängen sich vor den vielen neuen Fachgeschäften, unter anderem im Drogeriemarkt an der Hauptstraße. Kein Krach mehr, wo früher die Autos durch den Ort rauschten. Der Durchgangsverkehr benutzt die neue Umgehungsstraße im Tunnel. Und auch am Kleverhof ist absehbar, dass die Tristesse eines Parkplatzes neuen attraktiven Projekten weicht. (dk)

Neunkirchen-Seelscheid

Es gelingt der Gemeinde, ein neues Grundstück für die Thurn-Werke zu finden, das auch eine Nutzung als Industriegelände zulässt und keine Anwohner stört. Firmengründer Adolf Günter Thurn zögert nicht lange und vereinigt alle seine Werke an dieser Stelle. Neue Arbeitsplätze entstehen, die Gewerbesteuereinnahmen steigen. Mit dem neuen Grundstück wird auch ein zweites Problem gelöst. Auch der umstrittene Wertstoffhof findet dort seinen Platz. Sogar die Tierfreunde profitieren von der Liegenschaft. Der Tierschutzverein erhält dort ein Freilaufgelände für Hunde, die ein Rudel bilden können. Das Gebell stört keinen mehr. (vr)

Ruppichteroth

Bürgermeister Mario Loskill zieht von einer Geschäftseröffnung zur nächsten. In Winterscheid schneidet er das Band für einen neuen Bioladen durch, in Schönenberg lädt ein neues Café zum Verweilen ein, in Ruppichteroth wird der Steinofen einer Pizzeria angheizt, die mit einer gehobenen italienischen Speisekarte lockt. Konkret werden in Ruppichteroth auch Pläne für generationsübergreifendes Wohnen. Senioren können von dort das Huwil-Center mit dem Rollator erreichen. Ähnliche Pläne gibt es für Schönenberg. Erst Stau, dann rüttelfreie Fahrt sind auf der Landstraße 312 über die Nutscheid nach Windeck und Eitorf angesagt. Mit der Sanierung wird begonnen. (as/sp)

Windeck

Der Beweis gelingt: Kultur rechnet sich auch auf dem Land. Die gemeinnützige Betreibergesellschaft der Halle Kabelmetal am Schladerner Siegwasserfall schreibt keine roten Zahlen mehr. Gefeiert wird mit Goethes Faust.
Am Schladerner Bahnhof baut die Gemeinde mit Fördermitteln das lange ersehnte Parkhaus, in Herchen wird der Pendlerparkplatz gebaut. Neben Bahn und Busunternehmen profitieren Gastronomie, Hotels und Pensionen vom Naturerlebnispark Panarbora auf der Nutscheid. Bürgermeister Hans-Christian Lehmann lädt zum Spatenstich für das neue Gewerbegebiet in Leuscheid ein. (sp)

Rhein-Sieg-Kreis

Der Rhein-Sieg-Kreis wird zum Vorreiter in der Energiewende: Er trennt sich von seinen 1,4 Millionen Aktien des Energiekonzerns RWE und investiert den Verkaufserlös (nach dem derzeitigen Aktienkurs etwa 16,4 Millionen Euro) in regenerative Energien, etwa in Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung, Windkraft, Photovoltaik, Solarthermie und Erdwärme. Über die Bürgerenergiegenossenschaft Rhein-Sieg können sich auch die Menschen in den 19 Städten und Gemeinden an dem Projekt beteiligen. (pf)