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Bahn im Rhein-Sieg-Kreis: Siegtalstrecke wird in Duisburg überwacht

Die Transportleitung in Duisburg hat den Überblick über den Regionalverkehr im Land. Davon profitieren auch die Streckenagenten Ines Graayavanger und Björn Stroiczek.

Die Transportleitung in Duisburg hat den Überblick über den Regionalverkehr im Land. Davon profitieren auch die Streckenagenten Ines Graayavanger und Björn Stroiczek.

Rhein-Sieg-Kreis -

Wenn es an einem Bahnübergang an der Siegtalstrecke kracht, glühen in einem Großraumbüro an der Duisburger Hansastraße die Drähte. Dort sitzen Raumteiler an Raumteiler die Disponenten von DB Regio NRW, jenem Unternehmen, das auch den Nahverkehr im Siegtal betreibt mit ihren Kollegen von DB Netz, der Gleisanlagen, Tunnel und Signalanlegen gehören.

Während Polizei Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort ihre Arbeit aufnehmen, läuft vor den Bildschirmen das Krisenmanagement an.

„Wir kümmern uns um alle roten Züge im Land“

„Wir kümmern uns um alle roten Züge im Land“, fasst der Leiter der Transportleitung in Duisburg, Mikro Frommhold, zusammen. Von der Grenze zu Niedersachsen im Norden bis hinunter nach Trier und an die Ahr überwachen seine Mitarbeiter den Zugbetrieb von DB Regio NRW. Und am liebsten belassen sie es beim Überwachen. Das nämlich schaffe er notfalls auch ganz ohne Kollegen, scherzt Frommhold. Gibt es dann aber eine Störung, wie das Sturmtief Ela Pfingsten 2014, dann könnte er gleich 300 Disponenten beschäftigen. Und dass es dann Verspätungen und verärgerte Kunden gibt, liegt auf der Hand.

Einer der größten Störfälle in den vergangenen Wochen an der Sieg war der Zusammenstoß eines Regionalexpress mit einem Auto, das in Hennef kurz vor Weihnachten auf die Gleise gerollt war. Die Duisburger Transportleitung werde in so einem Fall in der Regel von ihrem Lokführer informiert, beschreibt Frommhold.

Mit den Informationen vom Ort des Geschehens entscheide dann der jeweilige Disponent, was zu tun ist. Lokführer anderer Züge müssten dann genauso informiert werden wie Fahrgäste an den umliegenden Bahnhöfen. Es gelte, Verzögerungen zunächst grob geschätzt und später genauer in die Informationssysteme einzugeben. „Bis die ersten Informationen auf den Anzeigetafeln stehen, können schon einmal 20 Minuten vergehen“, erklärt Frommhold.

Je nach Störung würden parallel Mitarbeiter losgeschickt, die sich um Fahrgäste vor Ort kümmern, außerdem Ersatzlokführer organisiert und für den laufenden Verkehr Umleitungsstrecken ausgeguckt. Bei komplett gesperrten Abschnitten würden umgehend Busse für Ersatzverkehr gechartert. Landesweit gebe es dafür Absprachen mit Unternehmen. Ums Geld gehe es an dieser Stelle nicht. „Aber morgens zur Zeit des Schülerverkehrs haben wir dennoch keine Chance“, berichtet der Chef der Transportleitung.

Dass an den Bahnsteigen bei Störfällen manchmal falsche Informationen ankommen, dass Züge, die abgesagt waren, plötzlich doch fahren oder dass Lokführer erst unterwegs erfahren, wie weit sie auf der Strecke kommen, belege, wie schnell manchmal Entscheidungen getroffen werden müssten.

Denn neben dem Einsatz der Wagen müssten die Disponenten auch den des Personals berücksichtigen, tarifliche Arbeitszeiten, Pausen sowie die Verfügbarkeit von Ersatz inklusive. Und wenn dann ein Lokführer seine SMS verpasst hat, kann es sein, dass er doch anders fährt als in der Duisburger Transportleitung vorgesehen und an die Fahrgäste weitergegeben. „Wir werden besser, aber das Geschäft ist unglaublich zäh“, resümiert Frommhold.