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Simulation der Bundestagswahl: Schüler haben schon abgestimmt

Die Mädels vom Wahlvorstand (vorn) schauten genau nach Wahlbenachrichtigung, Wählerverzeichnis und Schülerausweis zur Identifizierung.

Die Mädels vom Wahlvorstand (vorn) schauten genau nach Wahlbenachrichtigung, Wählerverzeichnis und Schülerausweis zur Identifizierung.

Lohmar -

„Verrätst du mir, was du wählst“, fragte der Reporter im Wahllokal. „Nö“, war die klare Antwort von Carolin Lubosch. Die 14-Jährige und ihre Mitschüler wussten bei der Simulation der Bundestagswahl genau, dass man in einem Wahllokal weder Wahlwerbung machen noch jemanden so etwas fragen darf.

Jede Beeinflussung muss dort unterbleiben und das Wahlgeheimnis gehütet werden, lernten 700 Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse aufwärts am Lohmarer Gymnasium. Dort beschäftigte man sich seit Schuljahresbeginn im Politik-Unterricht mit der Bundestagswahl. „Das war wegen der späten Sommerferien leider sehr wenig Zeit“, bedauerte Lehrer Philipp Wansel, der als Fachschaftsvorsitzender Politik am Gymnasium die „Juniorwahl 2013“ organisiert hatte. Und dann wurde von Mittwoch bis zum gestrigen Freitag auch schon gewählt, jeweils von 10.30 bis 13.30 Uhr. Mit der 9 e ging der 30-jährige Junglehrer zum Computerraum. Der war zum Wahllokal umfunktioniert. „Halt, warten“, sagte Irina Kämper an der offenstehenden Tür. Sie ließ immer nur ein paar hinein. Die 16-Jährige gehörte zu einem von mehreren Wahlvorständen, die ihre Aufgabe zusätzlich gelernt hatten. Das Wählerverzeichnis vor sich, saßen Denise Boer (19), Alexandra Wald (17) und Claudia Psyk (18) an einem Tisch. Es war wie bei einer richtigen Wahl. Die Schüler mussten deshalb auch ihre Wahlbenachrichtigung vorzeigen und sich etwa mit dem Schülerausweis identifizieren. Man konnte auch nur die selben Parteien wie die ab 18-jährigen Wahlberechtigten am Sonntag ankreuzen, das heißt: anklicken. Denn die Wahl fand am Computer hinter einem Sichtschutz statt. Das Ergebnis gibt es dann, um die Spannung wie bei den Großen zu wahren, auch erst am Sonntag um 18 Uhr, und zwar unter www.juniorwahl.de. Dann sitzen viele Lohmarer Gymnasiasten neben ihren Eltern auf dem Sofa und schauen die Wahlsondersendung im TV. Gleichzeitig hätten sie aber Laptop oder I-Pad auf den Knien, so erzählten sie, um das Ergebnis der Juniorwahl zu erfahren.

Insgesamt beteiligen sich 2271 Schulen daran, nicht nur in Deutschland, sondern auch deutsche Auslandsschulen etwa in Japan, Malaysia, Südafrika, Australien, Uruguay sowie in den USA. Und die Lohmarer wie auch einige andere Schulen im Kreis sind mit dabei.