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Bilanz aus dem Rhein-Sieg-Kreis: Polizei meldet kaum Störungen bei Rosenmontagszügen

(Symbolbild)

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Roland U. Neumann

Rhein-Sieg-Kreis -

Wahrscheinlich werden sich die Neunkirchen-Seelscheider ärgern. Sie waren die Einzigen, die wegen der Sturmwarnungen ihren Rosenmontagszug abgesagt hatten. Er soll nach der Fastenzeit nachgeholt werden. Ein Häuflein aufrechter Narren von der Initiative NKS lief dennoch samt Wagen in Wolperath auf, wo sich traditionell der Neunkirchener Zug formiert. Die grünen Jecken wurden spontan zu einer privaten Hoffeier eingeladen.

Alle anderen Veranstaltungen liefen bei kräftigem Wind und zeitweise strahlendem Sonnenschein, aber ohne besondere Vorkommnisse. In Siegburg blieben die Pferde im Stall. Es waren aber ohnehin nur zwei, die hätten mitlaufen sollen.

Nach vorsichtigen Schätzungen sahen etwa 50.000 Zuschauer die insgesamt 18 Züge am Montag. Der wohl kleinste schlängelte sich durch Altwindeck. Die Polizei dort meldete rund 100 Zuschauer. Die größten Jeckenaufläufe gab es sicher in Eitorf, Hennef, Lohmar und Siegburg, wo jeweils mehrere Tausend Zuschauer den Teilnehmern zujubelten, belohnt mit einem Regen aus Süßem. Allein in Troisdorf rollten sechs Stadtteilzüge, drei waren es in Niederkassel, zwei in Sankt Augustin.

Rauch am Zugweg

Besondere Vorkommnisse waren die absolute Ausnahme. Auf dem Siegburger Markt gab es am Rande des Zugwegs ein kleines Gerangel, das sich schnell auflöste, als die Polizei mit größerem Kräfteaufgebot anrückte. Eine Schrecksekunde erlebten Jecke, Polizei und Feuerwehr an der Kaiserstraße, ebenfalls in Siegburg. Aus einem Fenster drang Rauch, sofort wurden Feuerwehrleute dorthin alarmiert. Doch die Adresse lag genau am Zugweg, ein Durchkommen für die Großfahrzeuge wäre schwierig geworden.

Nach einer ersten Erkundung konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Ein Baguette war in einem Backofen angebrannt, das ließ sich ganz ohne schweres Gerät beheben. Gleichwohl gab es Lob von Polizei und Feuerwehr für die Zugteilnehmer. Sie waren sofort rechts rangefahren und hatten gestoppt, um Platz zu machen für die Einsatzkräfte. Gut nur, da waren sich alle einig, dass das nicht nötig wurde. So konnte der Zug problemlos weiterrollen.

Am Abend sorgten die Beamten bei den „After-Zoch-Partys“ und zahlreichen Feiern in Sälen sowie Gaststätten für Sicherheit. Seit Donnerstag, also Weiberfastnacht, hat die Polizei bis zum Montagnachmittag 65 Strafanzeigen aufgenommen. Die Palette der Delikte reicht von Diebstählen über Körperverletzungen und Sachbeschädigungen bis hin zu Verstößen gegen das Waffengesetz.

Noch nicht abgeschlossen waren die Maßnahmen zu einem Handyraub in der Siegburger Innenstadt. Auch zu einer sexuellen Belästigung an einer Gaststätte an der Eintrachtstraße in Troisdorf und zu einem Körperverletzungsdelikt im Siegburger Bahnhof laufen die Ermittlungen.


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