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Verkehr in Troisdorf: Anwohner pochen auf Weiterbau der Ortsumgehung

Troisdorf -

Seit Jahrzehnten warten die lärmgeplagten Menschen in Sieglar und Eschmar auf eine Ortsumgehung; der erste Bauabschnitt soll im kommenden Jahr fertig werden. Doch nun treibt Anlieger die Sorge um, der zweite Bauabschnitt werde erst Jahre später gebaut. Anwohner der Franz-von-Assisi-Straße, so teilte Werner Jacob aus Sieglar mit, bestünden auf einer Verkehrszählung nach der Fertigstellung des ersten Teils.

Initiative: Zufahrt überlastet

Ein „grober Dämpfer“ sei das für die Baupläne, schrieb Werner Jacob, Vorsitzender der „Bürger für lebenswertes Wohnen – Initiative Pro EL 332“, an Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski. Nach den Erfahrungen der Initiative würde eine solche Zählung das Gesamtvorhaben um zwei bis drei Jahre zurückwerfen. Dabei sei schon jetzt zu sehen, dass morgens die Zufahrt zur Autobahn 59 in Spich, erreichbar über die neue K 29, überlastet sei.

Die Schlussfolgerungen von Jacob könne er „nicht teilen“, erklärte der Troisdorfer Landtagsabgeordnete Achim Tüttenberg (SPD); eine derartige Zählung sei „nichts so Besonderes“ bei Vorhaben, die in zwei Abschnitten realisiert würden. „Man will eher belegen, wie sinnvoll die Umgehung ist“, so Tüttenberg, der sich seit Jahren in Düsseldorf für das Projekt stark gemacht hat. „Überflüssig“ finde er die Zählung, ist aber sicher, dass sie den zweiten Bauabschnitt zwischen Rathausstraße und Autobahnanschluss in Sieglar als „zwingend“ zeigen wird: „Wer morgens sieht, wie sich die Autos an der Zufahrt Spich stauen, der wird auch ohne Zählung sehen, dass mehr Belastung nicht geht.“

Die Anwohner, die eine Bonner Kanzlei mit der Vertretung beauftragt hätten, berufen sich laut Tüttenberg auf eine Auskunft der Bezirksregierung von vor sechs Jahren. Damals sei ihnen eine Zählung in Aussicht gestellt worden; diese nun nicht zu beauftragen, könne einen längeren Rechtsstreit auslösen; eine solche Zählung brauche keine zwei oder drei Jahre.

Die Bedeutung der Rechtssicherheit in dem Verfahren betonte auch Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski. Die Zusagen einer Zählung sei im Planfeststellungsverfahren gemacht und auch protokolliert worden, so der Verwaltungschef. Der aber auch mit einer Verzögerung von höchstens ein paar Monaten rechnet. Wichtig sei, dass die Straße im Landesbauprogramm bleibe, sagte Tüttenberg. 2016 stehen dort 500 000 Euro für den zweiten Bauabschnitt, der viel kürzer, wegen der Tieflage am Schulzentrum aber deutlich teurer sei als der erste. Für diesen gibt das Land 2016 noch rund fünf Millionen Euro aus.


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