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Weihnachtsbotschaft: Absage an menschenverachtende Profitgier

Unter den Ärmsten der Armen: Seit 33 Jahren lebt und arbeitet der Siegburger Missionar Ulrich Kollwitz in Kolumbien.

Unter den Ärmsten der Armen: Seit 33 Jahren lebt und arbeitet der Siegburger Missionar Ulrich Kollwitz in Kolumbien.

es wird Sie überraschen, dass die diesjährige Weihnachtsbotschaft aus einem fernen Land jenseits des Atlantik kommt. Ich bin gebürtiger Siegburger und seit 33 Jahren als katholischer Priester in Kolumbien tätig. Seit 20 Jahren liegt mein Schwerpunkt in der Arbeit in kirchlichen Kommissionen zur Verteidigung der Menschenrechte.

In all dieser Zeit habe ich viel Unrecht und Gewalt miterleben müssen, wovon in zunehmendem Maße Kinder und Jugendliche betroffen sind. Täglich werde ich mit der Frage konfrontiert: Was können wir dagegen tun? Nun bitten besonders zur Weihnachtszeit immer mehr wohltätige Organisationen um Spenden mit dem Ziel, die Not so vieler Menschen in der ganzen Welt zu lindern. Ich kann mir vorstellen, dass Sie in diesen Tagen von Spendenaufrufen geradezu überschwemmt werden. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass fast alle diese solidarischen Projekte nur an Symptomen kurieren, aber nicht an die Wurzel des Problems gehen. Denn die liegt in unserem von Profitgier beherrschten Wirtschaftssystem. Multinationale Konzerne zerstören immer mehr die Umwelt und vernichten damit die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen. Sie erzielen fantastische Renditen mit Kinderarbeit und neuen Formen von Sklaverei.

Wenn Sie dagegen etwas tun wollen, dann gibt es effektivere Wege, als nur immer mehr zu spenden. Kaufen Sie fair gehandelte Waren und mit ökologischen Prinzipien hergestellte Produkte, auch wenn sie etwas teurer sind! Achten Sie bei Ihren Ersparnissen auf ethische Kriterien der Geldanlage, auch wenn die Zinsen etwas geringer ausfallen! Und vor allem überdenken Sie Ihr Konsumverhalten im Alltag!

Banken, Finanzmärkte und multinationale Konzerne werden vergöttert wie damals der Kaiser von Rom, aber sie sind nicht allmächtig. Wenn wir wirklich glauben, dass Gott Mensch geworden ist, und zwar im armen Jesuskind in der Krippe, dann bedeutet das eine klare Absage an dieses menschenverachtende Wirtschaftssystem und die feste Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist, in der alle Menschen guten Willens in Frieden leben können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.


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