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Ein wunderbarer Traum wurde wahr

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„So etwas ist ein Traum“, sagt Organist Heinz Peter Schneider. Und was zur Erfüllung dieses Traumes geschah, hat schon einen Hauch von göttlicher Fügung. Dabei sah erst... Von
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HEIDKAMP. „So etwas ist ein Traum“, sagt Organist Heinz Peter Schneider. Und was zur Erfüllung dieses Traumes geschah, hat schon einen Hauch von göttlicher Fügung. Dabei sah erst einmal alles nach einer Katastrophe aus. Drei Experten hatten das endgültige Aus für die alte Orgel der Katholischen Pfarrgemeinde St. Josef Heidkamp festgestellt. Weitere Reparaturen seien unwirtschaftlich, die Beseitigung grober Mängel war fehlgeschlagen.

Die Kassen waren leer und eine neue Orgel hätte mit 650 000 Euro zu Buche geschlagen. Doch dann entdeckte Heinz Peter Schneider im Internet die in der Schweiz zum Verkauf stehende Kuhn-Orgel. „Ich habe schon seit langem immer wieder auf die Seite für Gebrauchtorgeln geguckt, aber immer war nur Schrott dabei“, sagt der Organist. „An diesem Tag aber fand ich unsere Orgel sofort unter Hunderten von anderen Orgeln.“ Er habe seit dem spaßeshalber immer wieder mal die Angebote geprüft, doch nie sei er auf ein ähnliches Angebot gestoßen. „Die Orgel ist wie für unsere Kirche gemacht.“ Das beträfe sowohl die architektonischen Dimensionen für das riesige Königsinstrument, wie auch die Registerzahl von 32, die genau passend zur Größe der Kirche sei. „Das sind Orgelpfeifen wie Eimer“, freut sich Heinz Peter Schneider. 7,5 Meter hoch ist das Prachtstück bei einer Breite von 6,50 Metern. Die längste Pfeife ist 5,20 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 27 Zentimetern. Allein das Rückpositiv hat eine Breite von 2 Metern. Immerhin werden auch für diese Orgel 180 000 Euro benötigt. Eine pfiffige Idee von Peter-Josef Wasser brachte nun für die neue Orgel 32 657 Euro ein. Der 10-jährige Markus Cramer baute ein Jahr lang an einer Modellorgel aus Legosteinen im Maßstab 1:5. Wunderschön ist die Modellorgel geworden und sogar Organist Schneider fehlt nicht, er sitzt als Puppe schon an seinem Trauminstrument und nicht einmal die Notenblätter fehlen. Bescheiden nahm der kleine Orgelbauer den Applaus und Dank bei der Präsentation am Ostersonntag entgegen. „Es hat Spaß gemacht, war aber auch anstrengend“, berichtet er. „Am Schluss musste ich sogar auf eine Leiter steigen, damit ich in die Ecken komme.“ Jeder verbaute Legostein wurde für einen Euro verkauft. Pfarrer Ulrich Kern bescheinigte Markus den „Geist des Baumeisters“. „Als du angefangen hast, hatten wir schon ein bisschen Mitleid.“ Der Großvater habe ihn unterstützt, erzählt Markus. Die Konstruktion hatte Willi Cramer übernommen. Seit dem 1. April befinden sich die meisten Teile der echten Orgel im Pfarrsaal.

17 fleißige Helfer hatten vier Tage lang den Transport gemeistert. Deren Hilfe sei teilweise an die Grenze der Belastbarkeit gegangen. Nun werden wieder Helfer gesucht, diesmal zum Polieren der Orgelpfeifen. Nach der Fastenzeit, so kündigte der Pfarrer an, werde eine neue außergewöhnliche Aktion zur Finanzierung der noch fehlenden 59 000 Euro gestartet. Auch werden Gospelchöre aus Altenberg, Overath und Sand am 15. Mai eine Benefiz-Konzert geben. Im Juni wird mit dem Aufbau der Orgel begonnen werden, zurzeit befinden sich noch einige Teile zur Überholung beim Orgelbauer.

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