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Fröhliche Tänze in Heiliger Nacht

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Wussten Sie, dass Griechenland nur fünfzig Meter vom Rathaus entfernt liegt? Jedenfalls ist das einmal im Jahr so, und zwar am 25. Dezember. Dann nämlich feiern die griechische... Von
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BERGISCH GLADBACH. Wussten Sie, dass Griechenland nur fünfzig Meter vom Rathaus entfernt liegt? Jedenfalls ist das einmal im Jahr so, und zwar am 25. Dezember. Dann nämlich feiern die griechische Gemeinde Bergisch Gladbach und der griechische Elternverein „Aristoteles“ ihr Weihnachtsfest im Spiegelsaal des Bergischen Löwen. Zurückzuführen ist diese Traditionsveranstaltung bis in die 1960er Jahre. Da fand diese große Zusammenkunft von manchmal 250 Gästen noch im alten Bergischen Löwen oder in dem alten Saal im Bock statt.

Jeannis Boukoutsos, der stellvertretende Vorsitzende des Elternvereins, gibt eine kleine volkskundliche Einführung: „Das Weihnachtsfest der Griechen unterscheidet sich von dem deutschen im Wesentlichen in der Auffassung von Weihnachtsfreude. In Griechenland gibt es keine stille Nacht, dort wird die Geburt Jesu lautstark verkündet. Mit Musik und Trommeln, mit Triangeln und dem gemeinsamen Laufen durch die Stadt.“ Doch auch die Griechen besuchen einander, es wird reichhaltig gegessen und getrunken. Auch altes Brauchtum kommt dabei nicht zu kurz. Lachend sagt Boukoutsos: „Bei der Gelegenheit werden gleich die bösen ,Kalikanzari vertrieben, die immer alles verderben und sogar den Pferden die Schwänze aneinander binden.“

Was den Weihnachtsmann betrifft, so halten es die Griechen mit dem heiligen Vassilius. Er legt den Kindern erst in der Silvesternacht Geschenke vor ihr Bett. Dann wird auch immer der köstliche Kuchen mit dem Goldstück gebacken. Wer es in seinem Stück von der „Vassilopitta“ findet, dem sagt man das ganze Jahr Glück voraus.

All das wird in der Nacht des 25. Dezember symbolisch zu einem Fest vereint. „Nicht nur in Bergisch Gladbach, so überschneiden sich leider manchmal die Feste der einzelnen Städte“, bedauert Boukoutsos. Auch dieses Jahr ist jeder eingeladen, der mitfeiern will, und es wird eine Menge geboten. Die Kinder der hiesigen Schulen tragen Gedichte und folkloristische Tänze vor. Antonios Pimenidis, der Vorsitzende des griechischen Vereins, spricht tiefgründige Worte: „Jesus ist gekommen nur für die Liebe.“ Er erinnert an alte Werte und Versprechen. Vize-Bürgermeisterin Helene Hammelrath hat für die Hellenen die Grüße von Bürgermeister Lutz Urbach mitgebracht und macht den Veranstaltern mit ihrem Kommen eine große Freude. Boukoutsos: „Die Anteilnahme der Stadt hat eine hohe Bedeutung für uns.“ Hammelrath kommt es auch darauf an, „dass die Menschen mit griechischen Wurzeln und Traditionen nicht nur unter sich, sondern mit uns gemeinsam leben.“ Den offiziellen Teil beendet der Weihnachtsmann mit Gaben für die Kinder. Dann lädt die Musik ein und die Tanzfläche ist schnell voller fröhlich feiernder Menschen. Ein Reigentanz folgt dem anderen und scheint nie zu enden. „Wir feiern bis in den Morgen“, sagt eine Tänzerin, „Bis wir aufgeräumt haben, geht fast schon die Sonne wieder auf.“

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