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Gericht: Es bleibt bei lebenslanger Haft

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19 Jahre nach dem Überfall auf eine Radfahrerin im Königsforst und mehr als acht Jahre nach einer anderen Verurteilung wegen Mordes ist am Dienstag der Strafgefangene Detlev Weber wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Von
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Köln/Bensberg

19 Jahre nach dem Überfall auf eine Radfahrerin im Königsforst und mehr als acht Jahre nach einer anderen Verurteilung wegen Mordes ist am Dienstag der Strafgefangene Detlev Weber (59) wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Den angeklagten Angriff auf die Radfahrerin ahndete die Fünfte Große Strafkammer des Kölner Landgerichts mit 13 Jahren Haft. Zusammen mit der Mord-Verurteilung von 2004 bleibt es damit für Weber bei lebenslanger Haft. Das Gericht stellte im Urteil die besondere Schwere der Schuld fest. Es verzichtete aber anderseits darauf, die Sicherungsverwahrung anzuordnen.

Nach den Erkenntnissen des Gerichts hatte Weber im Jahre 1993 im Königsforst eine damals 32 Jahre alte Radfahrerin überfallen, sie in den Wald gezerrt und sie mehrfach heftig gewürgt. Für einen „strafbefreienden Rücktritt“ (der Täter lässt freiwillig vom Versuch ab und wird nicht bestraft) konnte das Gericht keine Anhaltspunkte finden. Die Aussage des Opfers und die Ausführungen der Gerichtsmediziner hätten dies widerlegt.

Vielmehr sah das Gericht in dem Überfall das Mordmerkmal der Heimtücke verwirklicht. Weber habe die arg- und wehrlose Unbekannte von hinten angefallen. Zudem erkannte das Gericht auf Verdeckungsabsicht: Mit dem zweiten Würgen seines Opfers habe Weber die vorangegangene schwere Körperverletzung und versuchte Vergewaltigung verdecken wollen.

Durch die Erkennung der besonderen Schwere der Schuld wird der seit 2003 in Haft sitzende Weber frühestens mit 70 Jahren wieder auf freien Fuß kommen. Das hohe Alter bei seiner möglichen Entlassung war für das Gericht gestern auch der Grund, keine Sicherungsverwahrung zu verhängen. Von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass Weber mit 70 Jahren noch gefährlich für die Allgemeinheit sei, könne nicht ausgegangen werden, so das Gericht.

Die besondere Schwere der Schuld Webers begründete das Gericht damit, dass der Angeklagte schon im Jahre 1975 wegen versuchten Mordes verurteilt worden war. Auch in dem Fall hatte er eine ihm unbekannte Frau gewürgt.

1991 tötete er dann eine Frau und beging schon zwei Jahre später mit einem ähnlichen Tatmuster den Überfall im Königsforst. Das Tatbild gehe über das Übliche soweit hinaus, dass eine „Bewährung nach 15 Jahren unangemessen“ wäre, sagte der Vorsitzende Richter Heinz Hemmers in der Begründung.

Auf Webers Spur waren die Ermittlungsbehörden erst viele Jahre nach dem Überfall gekommen, als sie mit Hilfe moderner DNA-Analyseverfahren Tatortspuren Weber zuordnen konnten.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem gestern zu Ende gegangenen Prozess gegen Weber lebenslange Haft plus Sicherungsverwahrung gefordert, die Verteidigung dagegen auf Freispruch plädiert. Gegen Weber war bereits Ende der 80er Jahren einmal Sicherungsverwahrung ausgesprochen worden. 1990 wurde er dennoch mit der Prognose „vertretbares Restrisiko“ in die Freiheit entlassen.

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