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Kirchenjubiläum: „Auch wir sind nicht perfekt“

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In Neschen feierten die Gläubigen mit Weihbischof Dr. Heiner Koch. Es war Kochs letzte Amtshandlung im Rheinisch-Bergischen: Der Weihbischof wird Bischof der Diözese Dresden-Meißen. Foto: Luhr
So viele Besucher hatte die Neschener St. Michael-Kirche lange nicht mehr gesehen. Mit einer heiligen Messe begingen zahlreiche Gläubige und Gäste den 50. Geburtstag des Gotteshauses. Von
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Neschen

So viele Besucher hatte die Neschener St. Michael-Kirche lange nicht mehr gesehen.

Mit einer heiligen Messe begingen zahlreiche Gläubige und Gäste den 50. Geburtstag des Gotteshauses. Neben dem Landtagsabgeordneten Rainer Deppe und Odenthals Alt-Bürgermeister Johannes Maubach hatte auch der designierte Bischof der Diözese Dresden-Meißen, Dr. Heiner Koch, den Weg in die schicke kleine Odenthaler Kirche gefunden, die sowohl von der katholischen Pfarrgemeinde als auch von der evangelischen Domgemeinde Altenberg genutzt wird. „Ich freue mich sehr darüber, dass Sie sich die Zeit für einen Besuch genommen haben denn ich weiß, dass Sie kurz vor ihrer Verabschiedung im Kölner Dom am 3. März und der feierlichen Amtseinführung am 16. März in der Dresdner Kathedrale derzeit viele andere Dinge im Kopf haben“, bedankte sich Msgr. Johannes Börsch beim Weihbischof für seinen Besuch.

Die Frage, ob Gott eine solche Kirche brauche, beantwortete Koch mit einem philosophishen Nein: Gott sei größer als jedes Kirchengebäude. Der Mensch brauche aber heilige Orte und Zeiten, um Gott nahe zu sein. „Wenn diese Orte und Zeiten vernichtet werden, wird auch der Glaube vernichtet“, mahnte er. Damit ging er auf die aktuelle Diskussion um die katholische Kirche ein und übte Kritik an den Kritikern und an dem zunehmenden Missbrauch heiliger Zeiten als Erholungs- und Konsumzeiten.

Die Kirche als Ort der Gnade

Aktuelle Diskussion um Missbrauch, Rücktritt des Papstes und andere Dinge die mache es den Gläubigen in der katholische Kirche schwer, von einer Kirche als heiligen Tempel sprechen. „Ja, auch wir sind schwach und erbärmlich“, bekannte er. „Diese Kirche ist nicht heilig, weil wir perfekt sind, sondern sie ist ein Ort der Gnade, eine heilige Kirche eines heiligen Gottes, nur Gott ist heilig.“ Viele Menschen wendeten sich heute all zu schnell von Gott ab. „Ich bleibe so lange treu, wie es Spaß macht, die Kirche und Gott meinen Wünschen entspricht, ansonsten auf Wiedersehen“, kritisiert er. Gott müsse sich aber auch in schwierigen Zeiten auf die Treue verlassen können.

„Christ und Kirche zu sein, ist in der heutigen Zeit eine große Herausforderung und ich möchte allen danken, die in den vergangenen 50 Jahren in dieser Kirche Gott die Ehre gegeben haben“, sagte der Weihbischof . Sein Dank gehe an alle, die diese Kirche als Begegnungsstätte aufrecht erhielten.

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