Rhein-Berg
Nachrichten und Bilder zu Ereignissen aus dem Bergischen Land

Vorlesen
0 Kommentare

Partymachen : „Nie wieder Alkohol“

Erstellt
Ein kräftiger Schluck aus der Kölsch-Flasche gehört für viele Jugendliche dazu. Foto: Heyltjes
Wie verbringen Jugendliche eigentlich ihre freien Abende? Belegen Sex, Drugs und Rock’n’Roll noch Platz eins der Hitliste? Die BLZ hat Dennis (18) und seine Freunde einen Abend begleitet. Von
Drucken per Mail
Rhein-Berg

Über drei Dinge wundert sich Dennis am nächsten Morgen. Seinen geänderten Beziehungsstatus bei Facebook, die Liebes-SMS an eine Mitschülerin und den dicken Brummschädel. Nach dem Aufstehen fällt sein Fazit zur vergangenen Nacht nüchterner aus als sein Zustand: „Nie wieder Alkohol.“ Mit seinen Freunden besuchte der 18-Jährige eine Party im Jugendzentrum. Die Bergische Landeszeitung war mit dabei.

Bevor es zur Fete geht, treffen sich die Jungs bei Paul zum „Vorglühen“ im Partykeller. Dennis öffnet mit einem lauten Plöpp eine Flasche und lässt das eiskalte Kölsch die Kehle hinunterfließen. So will er den Frust über die Vier in Physik killen: „Ein absoluter Ausrutscher! Wenn ich das wirklich studieren will, darf mir das nicht noch einmal passieren. Aber die Fragen waren auch saudumm gestellt“, sagt er vor dem nächsten Schluck.

Alkoholpegel steigt fließend und flüssig

Die Gruppe kennt sich seit Jahren aus der Schule und ist feiererprobt. Dennis plant einen Coup. Er hat ein Auge auf die blonde Laura geworfen: „Sie ist nicht nur süß, sondern hat auch was auf dem Kasten.“ Da die Flasche Kölsch im Jugendzentrum 2 Euro kostet und die Jungs das für überteuert halten, tischt Paul eine Runde Jägermeister auf. Die Freunde prosten sich lauthals zu. Der Alkoholpegel steigt fließend und flüssig.

Interview am Tag danach

Drei Fragen stellte Lars Heyltjes Dennis am Tag danach.

Welche Pläne hast du heute Abend?

DENNIS: Kino, Play-Station oder Fernsehen gucken. Heute lasse ich es ruhiger angehen.

Mit Laura?

DENNIS: Schön wär’s, aber das hat sich schon wieder zerschlagen. Sie kann sich an nichts mehr erinnern.

Was sagen deine Eltern zu solchen Exzessen?

DENNIS: Gestern war doch alles im grünen Bereich. Solange ich meinen Zeugnisschnitt von 2,3 halte, ist alles in Ordnung. Wenn ich es übertrieben habe, sagen mir die Blicke meiner Mutter alles.

Auf dem Platz vor dem Partyhaus treffen die Jungs ihre Kameraden. Von innen dröhnen dumpfe Techno-Bässe nach außen. Das entspricht nicht dem Musikgeschmack der Gymnasiasten, die lieber über ihren Physiklehrer lästern: „Der müsste mal so locker werden wie wir“, fordert Dennis und hebt seine Bierflasche in den dunklen Abendhimmel. Der 17-Jährige Chris hat jetzt um 22 Uhr nur noch zwei Stunden, bevor er die Feier wieder verlassen muss. Doch um den Jugendschutz kümmern sich die Jungs nicht: „Vor den Diskos in Köln tauschen wir am Eingang einfach die Personalausweise aus, damit alle reinkommen“, sagt Paul.

Auf einmal klingelt das Handy. An der Bahnhaltestelle gibt es Ärger. Ein Freund will heimfahren, doch zwei Fremde in Fußballtrikots und Trainingshosen haben etwas dagegen. Sie pöbeln und spucken.

Als der 1,98 Meter lange Dennis mit seinen Freunden in Jeans, die weit über den Hintern ragen, vor dem Duo Stellung bezieht, haben sich alle plötzlich wieder lieb: „Mit denen hätte ich gerne das gemacht, was ich auch gern mit dem Physiklehrer machen würde“, raunzt er.

Zärtliche Küsse beim Klammer-Blues

Zurück auf der Tanzfläche schwitzen die Schüler bei Rap-Musik den Alkohol aus. Dann hat der DJ ein Einsehen und spielt endlich einen Klammer-Blues. Dennis zögert nicht lange und zieht Laura mit einem Lächeln auf die Tanzfläche. Eng umschlungen tanzen sie im blauen Scheinwerferlicht. Vorsichtig wischt Dennis ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und küsst sie zärtlich. Hinter ihrem Rücken zeigt er seinen Kumpels „Daumen hoch“. Um kurz vor 3 Uhr ist Feierabend mit Feiern. Das grelle Scheinwerferlicht durchflutet den Saal, doch Laura und Dennis knutschen immer noch. Als der Hausmeister das Pärchen mit seinem Besen fast hinauswischt, tauschen die beiden ihre Handy-Nummern aus.

Dann fährt jeder mit dem Taxi nach Hause. Das schmälert Dennis’ Taschengeld enorm, aber er ist frisch verliebt. Während der Fahrt schreibt er wilde SMS und denkt nicht an die Transferkosten von mehr als 10 Euro. Bei 15 Euro Taschengeld pro Woche kein einfacher Deal. Zu Hause ändert er seinen Beziehungsstatus bei Facebook. Dann schnarcht er zufrieden ein.

Tipps für Ausflüge
Der Klassiker: der Alte Zoll. Gleich neben der Universität können die Besucher den Ausblick auf die rechte Rheinseite genießen.

Endlich Sonne! Wir zeigen in unseren Bilderstrecken schöne Biergärten aus Köln, Bonn, Rhein-Sieg und aus Rhein-Berg.

Videos
Rundschau auf dem iPad

Wissenswertes aus dem schönen Wipperfürth und Eventhinweise gibt es im Online-Spezial.

Kleinanzeigen
Rundschau-Service
FACEBOOK
Kölnische Rundschau
Rundschau-Altenhilfe

Die Rundschau-Altenhilfe unterstützt ältere Menschen mit Spenden und Zuwendung. Helfen Sie mit!

Rundschau-Ratgeber
Rundschau-Service