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Erftland-Wohnungen: Raum für Wohnungslose wird knapp

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Die Sozialdemokraten haben gewarnt, nun fanden ihre Kassandrarufe Bestätigung in einer Vorlage der Verwaltung. Der Wohnraum für Einkommensschwache werde knapp, wenn Erftland-Wohnungen unter den Hammer kämen. Von
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Gassenfeld
Zwei Immobilien: Auf dem Gassenfeld in Balkhausen stehen wegen Verkauf und Renovierung nicht mehr für die städtischen Belange zur Verfügung. (Bild: Schubert)
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Die Sozialdemokraten haben immer davor gewarnt, nun fanden ihre Kassandrarufe Bestätigung in einer Vorlage der Verwaltung für den Haupt- und Finanzausschuss. Der Wohnraum für Einkommensschwache werde knapp, wenn Erftland-Wohnungen unter den Hammer kämen, so die SPD-Fraktion, die auch die Überführung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in eine Holding im Jahr 2003 scharf kritisiert hatte.

Nun sind zwei Objekte in Balkhausen und eines in Horrem, die die Stadt früher für Wohnungslose angemietet hatte, verkauft und werden renoviert. Und der neue Eigentümer zweier Gebäude habe laut Verwaltung signalisiert, dass er diese für kaufkräftigere Mieter vorsieht. Ferner steht eine weitere Immobilie in Balkhausen noch zum Verkauf.

Wo also die Problemfälle unterbringen? Mit 31 Wohnungslosen im Januar - im November 2010 waren es 19 - sei beim derzeitigen Raumangebot die Fahnenstange erreicht, teilt die Stadt mit und schlägt daher vor, zwei leer stehende städtische Immobilien in Zukunft für diesen Zweck zu nutzen: eine Obergeschosswohnung mit 126 Quadratmetern am Friedensring und eine 120 Quadratmeter große Wohnung nebst Ladenlokal an der Stiftsstraße. Renovierung der ersten Immobilie sei nicht nötig, so die Stadt. Zumindest wenn wie geplant Wohnungslose dort untergebracht würden - um dagegen angemessene Mieten zu erzielen, müssten rund 30 000 Euro in die Instandsetzung gesteckt werden. Auch in das Objekt Stiftsstraße müsse nicht viel investiert werden, es sei denn, das Ladenlokal würde zusätzlich in Wohnraum umgestaltet. Rund 10 000 Euro kostet dieser Umbau.

„Es ist die Situation eingetreten, vor der wir bei der Diskussion immer gewarnt haben“, erklärte Ingpeer Meyer, SPD-Fraktionschef. Es gebe aber keine Alternative zu der Entscheidung, die alle Ausschussmitglieder mittrugen. Dem SPD-Stadtverordneten Erich Schütz, vormals Aufsichtsratsmitglied der Erftland, erlaubte die Geschäftsordnung keine Äußerung - dafür hatte er seinen Zorn schriftlich niedergelegt. „Was heute geschieht, ist nur der Anfang.“ Da bei dem Verkauf der Wohnungen keine Sozial-Charta Anwendung gefunden habe, seien Miterhöhungen programmiert, und die Stadt müsse vermutlich in Zukunft für viel Geld Unterkünfte anmieten. Besonders ergrimmt ist er über die städtischen Ausführungen zu der Wohnung am Friedensring: „Soll das heißen, dass man die Wohnungslosen in der unrenovierten Wohnung unterbringen will? Was ich davon halte, verkneife ich mir lieber, anstatt es auszusprechen.“

Schütz war 2009 aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten, nachdem er einem Ratsbeschluss zuwider gegen den Verkauf von Erftland-Wohnungen gestimmt hatte.

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