Der Flügel der Werkshalle steht noch genauso da, wie die Feuerwehr ihn nach dem Einsturz zwei Tage vor Weihnachten verlassen hatte. Verbogene Stützen ragen aus der ramponierten Gebäudewand, Dachteile und Photovoltaikpaneele hängen in der Luft und drohen abzustürzen, ein Motorrad klemmt in der Seitentür fest.
Nachdem die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen hat, war in dieser Woche die Versicherung zur Untersuchung der Unglücksursache vor Ort. Die Halle im Gewerbepark Paffendorf, in der eine Werbefirma arbeitet und Material lagert, war nach den regenreichen Dezembertagen teilweise zusammengebrochen, weil offenbar eine Stütze der Dachlast nicht länger standgehalten hatte. Zunächst wurde vermutet, dass sich Regenwasser aufgrund eines defekten Fallrohres auf dem Flachdach gestaut hatte. „Das ist erst im Sommer erneuert worden“, glaubt Besitzer Michael Burkert nicht an diese Theorie.
Im Sommer hatte er auf großen Teilen der Lagerhalle Photovoltaikanlagen installieren lassen, dazu Teile der Dachbegrünung entfernen und die Entwässerung überprüfen und teils erneuern lassen. Heilfroh ist Burkert, dass sich zur Unglückszeit niemand in der Halle aufhielt. Noch kurz vor dem Einsturz des Daches hatten Mitarbeiter der Werbefirma in den betroffenen Hallenteilen gearbeitet. Umgehend hatte er von der Sicherheitsfirma, die das Nachbargebäude von ihm gemietet hat, einen Zaun aufbauen und eine Videoüberwachung einrichten lassen, damit nichts verändert wird und niemand zu Schaden kommt. „Ich will genau wissen, wie das passieren konnte“, betont Burkert.
Die polizeilichen Ermittlungen wurden schon zum Jahreswechsel eingestellt. „Es war kein Straftatbestand festzustellen, daher wurde die Akte geschlossen“, informierte ein Polizeisprecher. Eingebrochen sind 90 Quadratmeter der 3700 Quadratmeter großen Dachfläche. Bereits am Mittwoch nach Neujahr konnten die übrigen Hallenteile nach einer Untersuchung durch die Statiker wieder freigegeben werden. Dazu gehören auch einige Werkstatträume der Arbeiterselbsthilfe (ASH) „Sprungbrett“, die am anderen Ende der Halle liegen und nicht betroffen waren. Dennoch gab sich ASH-Geschäftsführer Julian Beywl betroffen. Noch an Heiligabend war er vor Ort. „Das sah schon schlimm aus“, erinnert er sich. Auch er sprach von „großem Glück“, dass niemand verletzt wurde. Wenn die Versicherung ihren Prüfbericht vorgelegt hat, will Burkert das Gebäudeteil so schnell wie möglich wieder aufbauen.



