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Letzte Gaststätte: Sorge um das soziale Leben

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Die Gaststätte „Alt Broich“ war bis Anfang Dezember der gesellschaftliche Mittelpunkt des Ortes.  Das ist jetzt vorbei. 
Die Einwohner von Broich machen sich Sorgen um das soziale Leben im Stadtteil. Zum 1. Dezember hat die einzige Gaststätte im Ort geschlossen. Sie war bislang für die Bürger ein wichtiger Treffpunkt und Veranstaltungsraum. Von
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Bedburg-Broich

Die Einwohner von Broich machen sich Sorgen um das soziale Leben im Stadtteil. Zum 1. Dezember hat die einzige Gaststätte im Ort geschlossen. Nicht zuletzt wegen des dazugehörigen Saals war sie bislang für die Bürger ein wichtiger Treffpunkt und Veranstaltungsraum. Für 2013 hat die Dorfgemeinschaft nun nach Lösungen gesucht, kein Termin soll im nächsten Jahr ausfallen. Wie es danach weitergeht, ist allerdings unklar.

Was fand nicht alles bei Siggi, wie alle im Dorf den bisherigen Wirt der Gaststätte „Alt Broich“ nur nennen, über die Jahre statt: Versammlungen und Sitzungen der Dorfgemeinschaft ebenso wie die der Broicher Schützen. Man traf sich dort nach dem Agathafest im Februar oder deponierte im Herbst die Tüten für den Martinszug. An Karnevalsfreitag fand im Saal zudem immer die große Kostümparty statt. Vom gemütlichen Zusammensitzen nach Feierabend ganz zu schweigen.

Doch nun hat der Besitzer beschlossen aufzuhören, wie Ortsbürgermeister Heinz-Gerd Horn berichtet. „Siggi hat lange nach einem Nachfolger gesucht, aber niemanden gefunden.“ Dass er nun notgedrungen an einen Interessenten verkauft hat, der definitiv keine Gaststätte mehr betreiben wird, dafür habe er absolut Verständnis. „Überhaupt keine Frage“, sagt Horn.

Der Vorstand der Dorfgemeinschaft Broich um ihren Vorsitzenden Hans Werner Kremer (l.) hat für alle Veranstaltungen 2013 eine Lösung gefunden. Wie es danach weitergeht, ist aber unklar. 

 
Der Vorstand der Dorfgemeinschaft Broich um ihren Vorsitzenden Hans Werner Kremer (l.) hat für alle Veranstaltungen 2013 eine Lösung gefunden. Wie es danach weitergeht, ist aber unklar.  
Foto: Graf

Auch bei der Dorfgemeinschaft kann man den Dorfwirt gut verstehen. Für den Verein bedeutet dies allerdings, „dass wir jetzt erst mal experimentieren müssen“, wie der Vorsitzende Hans Werner Kremer es ausdrückt. Dass die Versammlungen nun in den „Altstadt-Stuben“ im benachbarten Bedburg stattfinden werden und die Vorstandsitzungen bei den Mitgliedern zu Hause, darin sieht Kremer kein größeres Problem. Auch nicht darin, bei der Agathafeier nun ins Café Kraus auszuweichen.

Die Karnevalsfeier allerdings wird eine echte Herausforderung für den Verein. „Wir haben uns jetzt dazu durchgerungen, ein Zelt auf den Kirmesplatz zu stellen“, sagt der Vorsitzende. Doch weil ein solches Zelt recht teuer ist, habe man beschlossen, nach dem Bedburger Karnevalszug zudem erstmals dort auch eine Zugparty zu veranstalten. Ob sich das alles finanziell rechnen wird, sei aber kaum abzuschätzen, sagt Kremer.

Dabei wäre es für die Dorfgemeinschaft ungemein wichtig, dass man am Ende mit einem Plus abschließt. Das vom Verein organisierte Dorffest und eben die Kostümparty waren auch immer dazu da, „die Herbstkirmes finanzieren zu können“, wie Geschäftsführer Heinz-Jürgen Kaufhold betont. Beim Verein hofft man nun auf irgendeine Form der Unterstützung durch die Politik. Ginge nämlich das Zelt-Experiment schief, wäre laut Kaufhold die Dorfkirmes ernsthaft gefährdet. „Und das nach über 100 Jahren.“

 

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