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Musikgaststätte: Ein „Meilenstein“ des Anstoßes

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Die Gaststätte Meilenstein in Köttingen steht seit Heiligabend massiv in der Kritik bei den Anwohnern. Foto: Rosenbaum
Eine Musikgaststätte in Köttingen versetzt Nachbarschaft seit Heiligabend in Aufruhr. Was heute der Meilenstein in Köttingen ist, war einst die Schützbar in Liblar. Doch wie der Vorgänger wird auch diese Gaststätte zum Problem. Von
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Erftstadt

Alfred Zimmermann hatte alles vorbereitet für die stille Nacht. Das Essen stand auf den Tisch beim Köttinger Ortsbürgermeister, die Kinder kamen zu Besuch, die Geschenke waren verpackt. Allein still sollte die Heilige Nacht nicht werden. Gegenüber, in der neuen Gaststätte Meilenstein an der Peter-May-Straße, stieg ein Fest. Es ging wohl bis 6 Uhr morgens - und es hat nahezu die ganze Nachbarschaft in Aufruhr versetzt. Die Beschwerden stapeln sich beim Ordnungsdezernenten Volker Erner. Der lässt die Ereignisse zu Weihnachten in Köttingen noch prüfen. Zurzeit geht er allerdings davon aus, "dass ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden muss".

Der Name ist neu, die Probleme sind die alten. Was heute der Meilenstein in Köttingen ist, war einst die Schützbar in Liblar. Nachdem Probleme mit Lärmschutzauflagen und erboster Nachbarschaft das weitere Betreiben der Musikgasstätte Schützbar in Liblar nahezu unmöglich gemacht hatten, zog Mitinhaber Boby Nerra mit seinem Konzept in das ehemalige Zappes in Köttingen. Weil er nicht mehr mit seinem Partner Schütz zusammenarbeitet und weil er die Probleme aus Liblar zurücklassen wollte, nannte er die neue Gaststätte Meilenstein.

Doch auch das Meilenstein wird zum Stein des Anstoßes. Wie in Liblar erfüllen Nerra und sein neuer Partner Hatef Kaweh noch nicht alle Lärmschutzauflagen. Eigentlich hätte er den Saal hinter dem Schankraum deshalb gar nicht betreiben können. "Doch ich habe wiederholt ein Auge zu gedrückt", räumt Volker Erner ein. Nicht zuletzt weil Nerra mit einem Jazzprogramm die Kulturlandschaft Erftstadts bereichert und weil der sympathische Gastronom immer wieder versicherte, er werde die Auflagen in Kürze erfüllen, erteilte das Ordnungsamt zweimal Einzelzulassungen für Musikveranstaltungen im Saal des Meilenstein. Doch die Beschwerden aus der Nachbarschaft nahmen zu, und die Auflagen wurden weiterhin nicht erfüllt. Erners Toleranzgrenze war erreicht. Er untersagte jegliche Veranstaltung im Saal. Nur noch der Thekenbereich des Meilenstein darf betrieben werden.

Dann kam Heiligabend. Ortsbürgermeister Zimmermann hat die Ereignisse aus seiner Sicht in einer Mail ans Ordnungsamt zusammengefasst. Demnach waren zwischen 200 und 300 Gästen in dieser Nacht im Meilenstein. "Ich habe Bekannte unter den Gästen dieses Abends, die mir bestätigen, dass der Saal geöffnet war", sagt Zimmermann. Die Feier habe sich im Laufe der Nacht immer mehr nach draußen verlagert. "Jugendliche stellten sich auf die Straße, behinderten Autofahrer und schmissen Flaschen und Gläser nach den Autos, wenn gehupt wurde", so Zimmermann. Der Lärm sei unerträglich und an Schlaf sei nicht zu denken gewesen. Der Müll habe sich tags darauf auf der Straße gehäuft. Auch seine Nachbarn seien mit den Nerven am Ende, versichert der Ortsbürgermeister. Man denke darüber nach, einen Anwalt zu konsultieren. "Wie leben hier seit Jahrzehnten mit einer Kneipe. Aber so etwas hat es noch nie gegeben. So geht das einfach nicht", sagt Zimmermann.

Ordnungsrechtliche Schritte

Auch Ordnungsdezernent Erner ist erbost. Aus seiner Sicht kann dieser Abend nicht folgenlos bleiben. "Wir werden ein ordnungsrechtliches Verfahren einleiten", sagt er.

Ganz anders allerdings schildert Mitinhaber Hatef Kaweh die Ereignisse. "Das sind maßlose Übertreibungen", sagt er. An ihn seien keine Beschwerden herangetragen worden. Der Saal sei nicht in Betrieb gewesen. Die meisten Gäste seien mit dem Taxi gekommen und auch wieder mit dem Taxi heimgefahren. "Was Gäste aber in mehreren Metern Entfernung von meiner Tür machen, kann ich als Gastwirt nicht steuern", argumentiert er. Die Lärmschutzauflagen zum Betreiben des Saales werde er indes in Kürze erfüllen, versichert er.

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