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Nach Mord: Rocker-Trauermarsch gestoppt

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Auf dem Parkplatz an der Fischbachstraße sammelten sich die an dem Großeinsatz beteiligten Beamten. Foto: Rook
Nach dem Mord an einem 30-jährigen Kerpener vor einem Kiosk, haben etwa 75 Personen aus dem Rockermilieu einen „Trauermarsch“ für das Opfer veranstalten wollen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Von
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Bergheim

Nachdem in der Nacht zum Samstag ein 30-jähriger Kerpener vor einem Kiosk am Bahnhof in Quadrath-Ichendorf von mehreren Schüssen getroffen und getötet wurde, hat am Sonntagabend der Versuch eines „Trauermarsches“ von etwa 75 Personen in Lederkutten mit der Aufschrift „Black Jackets“ am Tatort für Aufsehen gesorgt.

„Vermutlich waren es Personen aus dem Umfeld des Opfers“, sagt Polizeisprecher Anton Hamacher. Nach mehreren Anrufen besorgter Bürger hatte die Polizei einen Großeinsatz ausgelöst. „Wir vermuteten, dass die Gruppe nichts Gutes im Schilde führen würde. Deshalb sind wir mit einem Großaufgebot angerückt.“

Über 200 Beamte aus Bergheim und Nordrhein-Westfalen einschließlich mehrerer Hundestaffeln wurden daraufhin auf dem Gelände des Einkaufszentrums an der Fischbachstraße zusammengezogen. „Außerdem gab es Objektschutz für die Wohnadresse der Familie des mutmaßlichen Täters, weil zuvor Männer mit Kutten der ,Black Jackets’ in der Straße gesehen wurden“, erklärt Hamacher. Von dem Auftritt der Gruppe sei seine Behörde überrascht worden. „Wir haben im Rhein-Erft-Kreis bisher keine Erkenntnisse zu der Gruppierung.“

Angesichts des Großaufgebots der Polizei verzichteten die Männer auf ihren „Trauermarsch“. „Nach Rücksprache mit der Polizei durften sie aber Kerzen und Blumen vor dem Kiosk aufstellen“, erzählt Hamacher. Eine Holzverkleidung ersetzt mittlerweile das zerborstene Fenster des Kiosks. Um die Lage am Tatort unter Kontrolle zu behalten, blieb die Polizei am Sonntag noch bis 22.40 Uhr vor Ort.

Grabkerzen und Blumen

wurden vor dem Tatort am Quadrath-Ichendorfer Bahnhof niedergelegt.
Grabkerzen und Blumen wurden vor dem Tatort am Quadrath-Ichendorfer Bahnhof niedergelegt.
Foto: Rook

Gerüchte, dass bei dem Tötungsdelikt ein Streit zwischen zwei Rockerbanden eine Rolle gespielt haben könnte, wiesen sowohl Hamacher als auch Oberstaatsanwalt Alf Willwacher zurück. Die Versammlung der „Black Jackets“ in Quadrath-Ichendorf stehe nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht in direktem Zusammenhang mit der Tat in der Nacht zum Samstag. „Es handelte sich offenbar um eine ,Solidaritätsdemo’ für das Opfer“, sagt Willwacher. Ob der 30-jährige Kerpener überhaupt Mitglied der „Black Jackets“ war, sei nicht geklärt.

Bei dem 45-jährigen Mann, der nach den tödlichen Schüssen in Untersuchungshaft sitzt, handelt es sich nach Angaben von Willwacher um den Betreiber des Kiosks. Sechs Männer einschließlich des späteren Opfers hätten sich am Freitagabend vor dem Laden aufgehalten. „Nachdem er seinen Laden schon geschlossen hatte und zu Hause war, hat er nach seinen Angaben seinen 19-jährigen Sohn noch einmal dorthin geschickt, um nach dem Rechten zu sehen“, erzählt der Staatsanwalt.

Schon früher habe der Kiosk-Betreiber laut seiner Aussage Ärger mit den Männern gehabt: „Er hat sie unter anderem beschuldigt, für einen Einbruch in seinen Laden verantwortlich zu sein“, berichtet Willwacher.

Als der Sohn des Mannes mit einem Bekannten vor dem Kiosk eingetroffen war, sei es zum Streit gekommen. „Die Männer wollten von ihm gefahren werden, um Alkohol zu kaufen. Als er fragte: ,Bin ich ein Taxi?’, soll es ein Handgemenge gegeben haben“, sagt der Staatsanwalt.

Mit einem blauen Auge, so Willwacher, sei der 19-Jährige dann nach Hause gefahren, um seinen Vater zu holen. Als der 45-jährige Kiosk-Betreiber mit seinem Sohn und dem Bekannten an seinem Laden eintraf, ging der Streit weiter. Schließlich, so Willwacher, habe der Vater die Waffe gezogen und mehrere Schüsse auf den 30-Jährigen gefeuert. Die Tatwaffe wurde noch nicht gefunden.

„Von zwei Freunden wurde der Verletzte vom Tatort in einen Hauseingang geschleppt, so dass ihn der Rettungsdienst erst suchen musste“, sagt Willwacher. Trotz sofortiger Reanimation war der Kerpener noch vor Ort gestorben.

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